Anlage: Pro Monat werden 180 Euro gespart

Veranlagung. "Notgroschen" ist bei den Österreichern Sparmotiv Nummer eins.

wien (dom.). Die Österreicher legten im Vorjahr rund ein Achtel ihres Nettoeinkommens auf die hohe Kante. Pro Person waren das 180 Euro monatlich oder 2151 Euro im Jahr. Gegenüber dem Jahr 2001 ist die Sparleistung um rund ein Drittel gestiegen. Der größte Anteil der neuen Ersparnisse fließt in Lebensversicherungen. Das Sparbuch beschert dem Anleger zwar angesichts der niedrigen Zinsen und der Inflation real einen Verlust, ist aber nach wie vor die beliebteste Anlageform der Österreicher. 75 Prozent besitzen eines oder mehrere. Investmentfonds und Immobilienpapiere gewinnen aber stark an Bedeutung, geht aus dem BA-CA GeldAnlageBarometer hervor. Das ist eine repräsentative Umfrage, die vom Fessel-GfK-Institut im April und Mai 2005 im Auftrag der BA-CA gemacht wurde. Befragt wurden 1000 Personen über 15.

Als Sparmotiv steht der "Notgroschen" mit 63 Prozent mit Abstand an erster Stelle, sagte Willi Cernko, Privat- und Firmenkundenvorstand der BA-CA, am Mittwoch vor Journalisten. Von einem "Angstsparen" könne man aber nicht sprechen, betonte der Fessel-GfK-Experte Alexander Zeh. Es gehe eher um eine Liquiditätsreserven für anstehende Reparaturen oder ähnliches. 46 Prozent sparen für größere Anschaffungen, 35 Prozent für die Altersvorsorge. Da das Sicherheitsdenken bei den Kunden so ausgeprägt ist, setzt die BA-CA wie auch andere Geldinstitute stark auf Garantieprodukte. So ist etwa der im Frühjahr aufgelegte Osteuropafonds laut Cernko weggegangen wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln.

28 Prozent der Befragten gaben an, gar nicht zu sparen. Mehr als die Hälfte gab an, heute weniger sparen zu können als vor drei Jahren, 41 Prozent glauben, in den kommenden drei Jahren weniger sparen zu können als derzeit. Es sind dies vor allem ältere und einkommensschwache Personen sowie Bewohner der Ostregion. Die Mehrheit der Österreicher ist aber optimistisch, in Zukunft gleich viel oder mehr sparen zu können als derzeit. Das zeigt, dass es auch im Sparverhalten in Österreich ein Wohlstandsgefälle gibt.

Während noch vor zwei Jahren 69 Prozent der Österreicher meinten, Wertpapiere hätten eher mit Glücksspiel zu tun, sind es heute nur noch 58 Prozent. Immerhin 54 Prozent sind der Meinung, dass die Erträge aus einer Wertpapierveranlagung höher sind als die Sparzinsen. Nur noch 31 Prozent sagen, dass die Schwankungen am Aktienmarkt sie davon abhalten, Geld in Wertpapiere zu investieren.

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