EZB-Liikanen urgiert Banken-Insolvenzrecht

Eurozone. Der finnische Notenbankpräsident und EZB-Ratsmitglied meint eine große Bankenpleite wäre immer noch gefährlich. In erster Linie sollten Bank-Eigentümer zur Kasse gebeten werden.

Frankfurt am Main. Der Zusammenbruch einer großen Bank wäre nach Ansicht des finnischen Notenbankpräsidenten Erkki Liikanen immer noch eine Gefahr für das globale Finanzsystem. "Die Welt wäre besser vorbereitet als früher, aber nicht vollständig gewappnet", sagte das EZB-Ratsmitglied im Interview mit der Tageszeitung "Die Welt" (Montag) laut Vorabbericht. Positiv sei, dass die Banken heutzutage besser kapitalisiert seien, aber das reiche noch nicht.

"Wir brauchen dringend einen Rechtsrahmen für die Sanierung und Abwicklung von Banken. Oberstes Ziel muss es sein, dass im Falle einer Bankenpleite nicht mehr die Steuerzahler zur Kasse gebeten werden, sondern in erster Linie die Eigentümer", sagte Liikanen, der dieses Jahr auch eine Expertengruppe der EU zur Bankenregulierung geleitet hat. "Dass im Falle einer Bankpleite der Staat einspringen muss, wie in den vergangenen Jahren mehrfach geschehen, darf in Zukunft nur noch eine extrem seltene Ausnahme sein."

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.