Mit 50 Prozent Kursplus ließ Wien alle wichtigen Märkte hinter sich.
Wien (ju.). Die ganz heiße Kursmusik spielte 2005 wie berichtet zwar im Mittleren Osten. Aber unter den Börsen der entwickelten Länder konnte sich der Wiener Aktienmarkt mit einer Performance von annähernd 50 Prozent wieder absolut sehen lassen: Etablierte Märkte wie Zürich (plus 33 Prozent), Frankfurt (plus 28 Prozent) oder London (plus 17 Prozent) lagen weit zurück. Selbst die wieder erwachte Boom-Börse Tokio kam mit 42 Prozent Performance an Wien nicht heran.
Von den amerikanischen Märkten ganz zu schweigen: Der Dow Jones Index legte 2005 nur um 0,3 Prozent zu, die Performance der Technologiebörse Nasdaq hatte mit knapp 2,5 Prozent ebenfalls gehobenen Sparbuch-Charakter.
Allerdings: Europäische Anleger konnten wegen der Dollarstärke wesentlich mehr aus den US-Märkten herausholen: Währungsbereinigt, also auf Euro-Basis, kam der Dow Jones immerhin auf knapp 15 Prozent Zuwachs und der Nasdaq Composite auf mehr als 17.
Zurück nach Wien: Der hiesige ATX konnte heuer schon das fünfte Jahr in Folge mit einem satten Plus abschließen. Und die Party ist noch nicht zu Ende: 2006, so meinen Analysten unisono, werde es zu weiteren Kurssteigerungen kommen. Wenn auch nicht mehr so stark wie heuer. Allerdings: Auch für dieses Jahr hatten die Marktauguren nur einstellige Zuwachsraten vorhergesagt.
Der Leitindex ATX, der während des ganzen Booms der neunziger Jahre kaum vom Fleck gekommen war, erreichte knapp vor der Jahresmitte die 3000-Punkte-Marke und schloss das Jahr mit mehr als 3660 Punkten ab. In Punkten brachte 2005 der Wiener Börse den größten Zuwachs ihrer Geschichte. Prozentmäßig war 2004 mit 57 Prozent Zuwachs freilich noch eine Spur besser gewesen. Wer die richtigen Papiere gewählt hat, konnte 2005 freilich viel mehr einfahren als die 50 Prozent ATX-Plus: Der "Kracher" des Jahres 2005 war an der Wiener Börse eindeutig die Aktie des Internet-Wettenanbieters Betandwin, deren Wert sich mit knapp 500 Prozent Zuwachs praktisch versechsfacht hat. Aber auch mit Blue Chips wie OMV, Uniqa und Wiener Städtische waren mehr als 100 Prozent zu machen. Die Verluste hielten sich dagegen in Grenzen: Nur ganz wenige Titel verloren, am meisten BWT mit rund elf Prozent.