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Exkanzler Vranitzky ist nun doch für ein Berufsheer

(c) Teresa Zoetl
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Darabos-Modell habe dennoch Schwächen, meint der Exkanzler. Sozialminister Hundstorfer empört die ÖVP mit Empfehlungen.

Wien/Apa/Red. Endspurt in Sachen Volksbefragung: SPÖ und ÖVP nutzen die letzten Tage, um Wähler zu mobilisieren und mediale Präsenz zu erlangen. Das schafften aufseiten der Sozialdemokraten Exkanzler Franz Vranitzky und Sozialminister Rudolf Hundstorfer: Vranitzky bekannte sich im Herbst noch zur Wehrpflicht – nun erklärte er via „Kronen Zeitung“, dass er für ein Berufsheer sei. Das Darabos-Modell habe zwar Schwächen – wenigstens habe er aber ein Modell vorgelegt. Hundstorfer hingegen empörte die ÖVP mit einem Sager auf einer Veranstaltung: Laut „Standard“ hätte er den Jugendlichen geraten, ihre Großeltern vom Berufsheer zu überzeugen oder ihnen andernfalls zu raten, gar nicht zur Befragung zu gehen.

Aber auch auf Pro-Wehrpflicht-Seite gab es Aufregung: Werner Kurz, Bürgermeister der Gemeinde Ischgl, rief in einem amtlichen Schreiben zur Unterstützung der Wehrpflicht auf. Der Grün-Abgeordnete Peter Pilz vermutet Untreue und Amtsmissbrauch und will Sachverhaltsdarstellungen an die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft zukommen lassen. Auch in Bezau (Vorarlberg) und Altenburg (Niederösterreich) hätte er ähnliche Fälle beobachtet.

Am Mittwoch wurde außerdem bekannt, dass das Verfahren gegen Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) im Zusammenhang mit der Abberufung von Generalstabschef Edmund Entacher eingestellt wurde. Das Verfahren beruhte auf einer Anzeige durch Wolfgang Rauter (ehemals FPÖ) von der Liste Burgenland aus dem Jahr 2011.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.01.2013)