Deutsche Börse lockt mit niedrigen Zinsen

Rückzahlung. Die Deutsche Börse lockt Banken: Rückzahlung von EZB-Krediten als Chance. Die Zinsen an den Märkten der Börse sind niedriger als bei der EZB.

Frankfurt am Main. Die Deutsche Börse setzt auf einen Schub im Geschäft mit besicherten Finanzierungen, wenn die Banken Ende des Monats mit der Rückzahlung von milliardenschweren Finanzspritzen an die Europäische Zentralbank (EZB) beginnen. An den Märkten der Deutschen Börse (GC Pooling und Euro Repo) seien die Zinsen derzeit deutlich niedriger als bei der EZB, erklärte das Unternehmen am Donnerstag. Es hofft, dass zahlreiche Banken deshalb ihre Gelder an die EZB zurückgeben und sich künftig billiger an den Märkten der Deutschen Börse refinanzieren.

Für die im Dezember 2011 und im Februar 2012 ausgegeben EZB-Kredite müssen die Banken derzeit 0,75 Prozent Zinsen zahlen. An den Märkten der Deutschen Börse, wo Banken gegen Sicherheiten Liquidität aufnehmen können, liegen die Zinsen bei einjähriger Laufzeit derzeit bei 0,1 bis 0,15 Prozent. Bisher können sich Geldhäuser bei GC Pooling und Euro Repo maximal Geld für ein Jahr leihen.

Ab Montag wird die maximale Laufzeit aber auf zwei Jahre verlängert, damit die Banken ihre EZB-Kredite ablösen können, wie die Deutsche Börse mitteilte. Die Banken hätten um diese Laufzeitverlängerung gebeten, um ihre längerfristigen Refinanzierungsgeschäft mit der EZB abzulösen.

Deutliche Entspannung für Refinanzierungen

Die EZB hatte den Banken vor einem Jahr in zwei Tranchen insgesamt eine Billion Euro geliehen, weil die Nervosität angesichts der Euro-Schuldenkrise groß war und die Geldmärkte einzufrieren drohten. Nach der Ankündigung von EZB-Chef Mario Draghi im Juli, die Euro-Zone um jeden Preis zu verteidigen, hat sich die Lage auf dem Refinanzierungsmarkt aber deutlich entspannt. Etliche Banken wollen deshalb Ende Januar mit der Rückzahlung der Gelder beginnen.

Vom 30. Jänner an haben sie wöchentlich die Möglichkeit, das Geld aus der ersten Tranche von 489 Milliarden Euro zurückzugeben. Ab dem 27. Februar geht es dann für die zweite Tranche von 529 Milliarden Euro los. Analysten von Barclays schätzen, dass bis Juni insgesamt etwa 200 Milliarden Euro an die EZB zurückfließen werden, darunter von französischen Instituten 80 Milliarden, von spanischen Häusern 30 Milliarden und aus Deutschland 25 Milliarden.

(APA/Reuters)

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