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Rösler verteidigt Brüderle: "Sexismus-Vorwürfe haltlos"

Roesler verteidigt Bruederle SexismusVorwuerfe
FDP-Vorsitzender Philipp Rösler(c) REUTERS (THOMAS PETER)
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Deutschlands Vizekanzler Rösler hält eine Debatte über Sexismus für nötig. Hinter den Vorwürfen gegen Bundestags-Fraktionschef Brüderle ortet er aber eine "Kampagne gegen die gesamte FDP".

Der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler hat sich in der Sexismus-Debatte hinter Bundestags-Fraktionschef Rainer Brüderle gestellt. "Die Vorwürfe gegen ihn sind durchsichtig und haltlos. Das ist eine Kampagne gegen die gesamte FDP", sagte Rösler dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Dienstag). Gleichwohl sei eine gesellschaftliche Debatte über Sexismus notwendig, fügte der deutsche Vizekanzler und Wirtschaftsminister hinzu. "Denn es gibt offenbar ein breites Bedürfnis, darüber zu diskutieren, aber bitte auf der Sachebene und nicht mit aggressiver Polemik."

Der Hintergrund: Die "Stern"-Journalistin Laura Himmelreich hatte in einem Porträt über Brüderle geschrieben, dieser habe sich - vor über einem Jahr an einer Hotelbar - ihr gegenüber angeblich anzüglich geäußert. Bei einer Begegnung Anfang 2012 habe er ihr auf den Busen geschaut und gesagt: "Sie können ein Dirndl auch ausfüllen." Dieser Fall löste in Internet und Medien eine Debatte über Sexismus und Rollenbilder in Politik und Gesellschaft aus. Brüderle wollte sich dazu bisher nicht äußern.

Vorwürfe "schweißen FDP zusammen"

FDP-Bundesvorstandsmitglied Manuel Höferlin sagte der "Bild"-Zeitung (Dienstag): "Die Vorwürfe schaden uns nicht, im Gegenteil: Sie schweißen die FDP eher zusammen und stärken uns." Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Holger Zastrow machte ebenfalls wachsenden Zusammenhalt in den eigenen Reihen aus: "Jeder normale Bürger erkennt, dass es offensichtlich eine komische Inszenierung gegen Brüderle und die FDP ist", sagte er zu "Bild".

Die von den Vorwürfen der Journalistin ausgelöste Sexismus-Debatte ist nach Ansicht von Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin "sehr ernst" zu nehmen. Sie zeige, dass es eine Nachdenklichkeit über das gebe, was sich Frauen in der Gesellschaft immer noch gefallen lassen müssen. "Wir Grüne haben uns seit langem gegen solchen Sexismus eingesetzt - und in unseren eigenen Strukturen gute Erfahrungen mit Quoten gemacht", sagte Trittin der "Passauer Neuen Presse" (Dienstag). "Je mehr Frauen in Führungspositionen, desto weniger Sexismus - das ist meine Erfahrung."

(APA)