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Test: Der neue Video-iPod

Apples neuester iPod im Test. Die auffälligste Neuerung: Der berühmte Musikspender ist jetzt videofähig. Trotzdem ist und bleibt auch dieses Modell in erster Linie ein Audioplayer.

Auch die neueste iPod-Generation zeichnet sich vor allem durch bewährte Features aus. Dank der ausgefeilten Clickwheel-Steuerung können auch mehrere tausend Lieder schnell durchforstet werden, die Auswahl des richtigen Songs ist auch in größeren Musikbibliotheken nur eine Sache von Sekunden. Mithilfe der mitgelieferten Software „iTunes“ lässt sich die eigene Musikbibliothek problemlos mit dem iPod synchronisieren. Die Klangqualität befindet sich wie gewohnt auf hohem Niveau und dank der geringen Abmessungen liegt das Gerät gut in der Hand.

Weniger Zubehör

Die Zubehörliste ist leider auch bei dieser Generation kleiner geworden. In der Packung befinden sich lediglich die Standard-Ohrhörer, ein USB-Kabel, eine Schutzhülle sowie eine Software-CD samt Handbuch. Ein Netzteil gehört nicht mehr zur Standardausstattung. Wer auf Reisen seinen MP3-Player nicht aber sein Notebook mitnimmt, muss für das Netzteil weitere 29 Euro hinlegen.

Bekannte Unzulänglichkeiten & neue Ärgernisse

Der Akku kann noch immer nicht vom Benutzer gewechselt werden und die Oberfläche ist nach wie vor kratzempfindlich. Zudem wurde der Anschluss für die Fernbedienung eingespart. Wer die original Apple Fernbedienung für stolze 39 Euro erstanden hat, wird sie mit dem neusten iPod-Modell nicht verwenden können. Unterwegs kann der Player somit nur noch bedient werden, indem man ihn in der Hand hält. Ein 300 Euro teures Gerät möchte man im täglichen Gebrauch aber doch lieber in der Hosentasche verstauen. Dort sind die wärmeempfindlichen Tasten aber nur schwer zu erreichen und die Bedienung führt oft nicht zum gewünschten Ergebnis. So bleiben als einzige Alternativen, den iPod immer aus der Tasche zu ziehen oder eine Fernbedienung für den Dock-Anschluss auf der Unterseite zu erstehen. Solche Lösungen erfordern aber den Anschluss eines zusätzlichen Geräts an den iPod, was sich ungünstig auf die Mobilität auswirkt.

Video

Die interessanteste Neuerung besteht darin, Videos abzuspielen. Auf dem leuchtstarken und scharfen 320x240 Pixel-Display sehen diese auch sehr gut aus. Auf einem Fernseher erreichen die Filme aber nur mehr eine mit VHS vergleichbare Qualität. Als vollständiger DVD-Player-Ersatz ist der neueste iPod somit nicht geeignet. Im Gegensatz zu Musik können Videos und DVDs nicht so ohne weiteres in iTunes importiert werden. Wer selbst erstellte Filme abspielen will, muss diese zuerst mit (teils kostenpflichtigen) Zusatzprogrammen ins richtige Format konvertieren.

Video-Angebot

Derzeit werden im österreichischen iTunes Music Store keine Videos zum Download angeboten. In Deutschland sind diese schon verfügbar und gehen für 2,49 Euro über den virtuellen Ladentisch. Seltsam ist allerdings, dass die gleichen Videos in den USA nur 1,99 Dollar kosten – selbst exklusive Steuer ein ungleich günstigeres Angebot. Serienhits wie „Desperate Housewives“ und „Lost“ sind außerhalb der USA leider nicht erhältlich. Ob das Konzept aufgeht, für eine Folge 1,99 Dollar zu verlangen und diese erst nach der US-Erstausstrahlung in verminderter Qualität anzubieten, bleibt abzuwarten. Im Gegensatz zur Musik bietet bei Video nämlich die illegale Konkurrenz aus dem Internet die noch immer weitaus bessere Qualität.

Fazit

Die Videoeigenschaften des neuen iPods sind nicht revolutionär, stellen aber einen Schritt in die richtige Richtung dar. Wer vorhat, sich einen „großen“ iPod zuzulegen, kommt um die Videofunktionalität ohnehin nicht herum, weil Apple die Vorgängermodelle nicht mehr weiter produziert. Wer seinen alten iPod nur aufgrund von Video durch ein neues Modell ersetzen will, sollte damit noch so lange warten, bis ein entsprechendes Angebot an Filmen und Musikvideos verfügbar ist.

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