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Alpenverein warnt vor "unterschätzter Lawinengefahr"

Suchtrupps suchten nach einem 16-Jährigen im Bezirk Kitzbühel. Er wurde tot aufgefunden.
Suchtrupps suchten nach einem 16-Jährigen im Bezirk Kitzbühel. Er wurde tot aufgefunden.(c) APA/ZOOM Tirol (ZOOM Tirol)
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Beurteilung der Lawinensituation erfordert derzeit viel Erfahrung. Sie ist derzeit erheblich. Ein erneuter Zwischenfall ging glimpflich aus.

Der Österreichische Alpenverein (OeAV) hat vor der "unterschätzten Lawinengefahr" gewarnt. Derzeit herrsche verbreitet in ganz Österreich erhebliches Risiko, die Schneebeschaffenheit erfordere dabei viel Erfahrung in der Beurteilung der Lawinensituation, hieß es in einer Aussendung. Freerider und Tourengeher sollten sich "nicht leichtfertig" in ungesichertes Gelände begeben. Die Gefahr werde "nur allzu oft" unterschätzt.

"Das freie Gelände beginnt schon auf dem einen Meter neben der Piste - dass dort aber gleich andere Gesetze herrschen, dessen muss man sich bewusst sein", erklärte Michael Larcher, Leiter der Bergsportabteilung im OeAV. Viele würden leider immer noch die Gefahr unterschätzen, auf die sie sich dabei einließen.

Eine fundierte Ausbildung und die richtige Notfallausrüstung seien unerlässlich für alle, die sich in den freien Skiraum wagen wollen. Ein Lawinenairbag allein sei noch keine Garantie, einen Lawinenabgang zu überleben, betonte Larcher. LVS-Gerät, Sonde und Schaufel gehörten zur Grundausrüstung im Gelände. Vor allem müssten diese auch richtig und schnell eingesetzt werden können, so der Experte: "Schließlich geht es im Ernstfall um wenige Minuten, die alles entscheiden können."

Glimpflicher Vorfall in Vorarlberg

Anfang dieser Woche gab es mehrere Zwischenfälle, ein 16-Jähriger ist nach einem Lawinenabgang am Montag im Gemeindegebiet von Jochberg in Tirol ums Leben gekommen. Am Dienstag ging ein Vorfall glimpflich aus: Eine 43-jährige Frau aus Wien ist Dienstagmittag in Zürs am Arlberg von einem Schneebrett verschüttet worden. Die Frau wurde von ihren Ski-Kameraden innerhalb weniger Minuten geortet und ausgegraben. Sie blieb unverletzt, informierte die Vorarlberger Polizei.

Die Skifahrerin war mit einer gut ausgerüsteten dreiköpfigen Gruppe im freien Skiraum am nördlichen Trittkopf unterwegs. Nach einer Kontrolle durch den inzwischen eingetroffenen Notarzt des Rettungshubschraubers fuhr die Frau selbstständig ins Tal ab.

Lawinengefahr bleibt "erheblich"

Die Lawinengefahr in Tirol wird weiterhin verbreitet als "erheblich" eingestuft. Oberhalb von 2000 Metern galt die Stufe "3" der fünfteiligen Skala. Die Hauptgefahr gehe unverändert von den ständig neu gebildeten Triebschneeansammlungen aus, hieß es in einer Aussendung.

Diese seien meist spröde und mit dem darunter liegenden Neuschnee nur schlecht verbunden, sodass Lawinen relativ leicht ausgelöst werden können. Oft reiche schon geringe Zusatzbelastung wie das Gewicht eines Wintersportlers aus.

Gefahrenstellen liegen laut Experten in Triebschneehängen und im kammnahen Gelände aller Expositionen, wobei Anzahl und Verbreitung mit der Höhe zunehmen würden. Die Triebschneepakete seien inzwischen oft von Neuschnee überlagert und können nur schwer erkannt werden, warnten die Experten. In den nächsten Tagen werde sich an der Situation nur wenig ändern.

(APA)