Europas Leitbörsen im Plus erwartet

Ausblick. Gute Vorgaben aus Übersee. Chinesische Konjunkturdaten halfen bereits asiatischen Märkten.

Frankfurt am Main. Nach drei von vier Handelstagen mit teils sehr kräftigen Verlusten dürften die europäischen Börsen am Freitag einen weiteren Erholungsversuch starten. Der Euro-Stoxx-50-Future gewann gegen 8.15 Uhr, verglichen mit seinem Stand zum Aktienmarktschluss am Donnerstag, 0,39 Prozent hinzu. Am Vortag hatte der Leitindex der Eurozone den Handel rund eineinhalb Prozent unter seinem Jahresschluss 2012 beendet, nachdem er in der Woche zuvor noch auf den höchsten Stand seit Juli 2011 geklettert war. Der Londoner FT-SE-100 dürfte am Freitag nach Berechnungen des Brokers IG mit plus 0,45 Prozent starten.

Der DAX könnte am Freitag dank guter Vorgaben ebenfalls einen weiteren Erholungsversuch starten. Der X-DAX als außerbörslicher Indikator lässt für den Leitindex am Morgen einen 0,29 Prozent höheren Handelsauftakt erwarten. Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi über die Stabilisierung im Euroraum hatten den DAX am Donnerstag zwischenzeitlich über ein Prozent angeschoben - davon rettete er allerdings nur ein knappes Plus von 0,13 Prozent ins Ziel.

Neuen Auftrieb geben nun Export- und Inflationsdaten aus China. "Sie dürften für ein bisschen Optimismus sorgen", sagte Analystin Katrin Ehling von X-Trade Brokers. Momentan würden allerdings mehr positive Nachrichten gebraucht, um die Stimmung und die Kurse zu heben, als negative Nachrichten, um für erneute Rücksetzer zu sorgen. Die Vorgaben der Übersee-Börsen sind positiv: Der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial gewann seit dem Xetra-Vortagsschluss 0,61 Prozent und auch in Asien überwiegen mit Ausnahme von Japan die Gewinner. Neben einigen Unternehmenszahlen stehen am Nachmittag noch US-Konjunkturdaten auf der Agenda.

Der Lkw- und Maschinenbauer MAN legte eine gemischte Jahresbilanz vor. Während das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im vergangenen Jahr weniger stark sank als erwartet, war das rückläufige Nettoergebnis eine negative Überraschung. Beim Broker Lang & Schwarz (L&S) gaben die Aktien vorbörslich moderat nach. Der Modekonzern Hugo Boss hingegen beendete nach einem starken Schlussspurt im vierten Quartal das Jahr 2012 mit neuen Bestmarken. Er will zudem trotz eines weiterhin anspruchsvollen Marktumfeld auch 2013 stärker als der Markt wachsen. Vorbörslich zeigten sich die Titel allerdings kaum bewegt.

Die Aktien von Wincor Nixdorf stehen nach Zahlen des US-Konkurrenten NCR im Blick. Der Spezialist für Geldautomaten und Einzelhandelssysteme verfehlte zwar laut Händlern im Schlussquartal 2012 knapp die Umsatzerwartungen des Marktes. Doch der Gewinn je Aktie (EPS) im fortgeführten Geschäft und vor Sonderposten habe positiv überrascht, hieß es. Angesichts der nachbörslichen NCR-Kursgewinne von fast drei Prozent könnte auch Wincor etwas von der Meldung profitieren. Bei L&S reagierten die Wincor-Papiere zunächst aber nicht.

Für die Titel der Software AG ging es indes um rund viereinhalb Prozent hoch. Deutschlands zweitgrößter Softwareanbieter will bis Jahresende eigene Papiere im Volumen von bis zu 180 Millionen Euro zurückkaufen. Ein Börsianer erklärte die Kursreaktion mit dem positiven Einfluss auf den Gewinn je einzelner Aktie. Nach enttäuschten Erwartungen durch die Zahlen für das vierte Quartal und den Ausblick waren die Softwaretitel seit Ende Januar in der Spitze um mehr als zwanzig Prozent eingebrochen. DZ-Bank-Analyst Oliver Finger sprach von einem angesichts des aktuellen Kursniveaus vernünftigen Schritt

(APA/dpa-AFX)

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