Anweisungen werden nicht befolgt, mitgebrachter Alkohol konsumiert und trotz Rauchverbots zur Zigarette gegriffen. Wenn es nach einem Bericht der International Air Transport Association geht, benehmen sich Flugzeugpassagiere immer schlechter.
Laut einem Bericht der International Air Transport Association (IATA) hat sich die Zahl der Passagiere auf Flügen, die sich schlecht benehmen, im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr um fast 50 Prozent erhöht. Während es 2021 noch einen Zwischenfall auf 835 Flüge gab, waren es im Jahr 2022 ein Zwischenfall auf 568 Flügen. Die häufigsten Vorfälle waren dabei die Nichtbefolgung der Anweisungen des Flugpersonals, verbale Beschimpfungen und Trunkenheit. Seltener sind physische Angriffe, aber auch hier gab es einen Anstieg von 61 Prozent, sie finden statistisch gesehen ein Mal auf 17.200 Flüge statt.
Zu bemerken ist, dass die Vorfälle mit störenden Passagieren zu Beginn des Jahres 2022, als die Maskenpflicht Großteils abgeschafft wurde, zunächst zurückgingen, während sie dann im Laufe des Jahres wieder anstiegen.
Zu den häufigsten Vergehen gehört das Rauchen von Zigarette und E-Zigaretten in den Kabinen und Toiletten. Ebenfalls häufig angemerkt wurde das Versäumnis, den Sicherheitsgut entsprechend der Anweisungen anzulegen, das Überschreiten der zulässigen Handgepäcksmenge oder das falsche Verstauen von Gepäck sowie der Konsum von mitgebrachtem Alkohol an Bord.
Abschreckung, aber auch Vorbeugung und Eskalation
Um dem entgegenzuwirken, setzt die AITA auf eine zweisäulige Strategie. Zum einen sollen rechtliche Rahmenbedingungen eingeführt werden, mit denen Passagiere unabhängig von ihrem Herkunftsstaat strafrechtlich verfolgt werden können. Das soll abschrecken, aber auch sensibilisieren. Zum anderen soll verstärkt mit Schulungen und Best-Practice-Beispielen auf Vorbeugung und Deeskalation gesetzt werden. Dafür soll auch mit Partner vor Ort, etwa Bars, Restaurants und Flughafenshops, zusammengearbeitet werden. „Da beispielsweise die überwiegende Mehrheit von Trunkenheitsfälle durch vor dem Flug konsumierten Alkohol verursacht wird, ist die Unterstützung von Flughafenbars und -restaurants bei der Sicherstellung eines verantwortungsvollen Alkoholkonsums besonders wichtig“, erklärt Conrad Clifford, Deputy Director General von AITA.
Die AITA vertritt rund 300 Fluggesellschaften, die etwa 83 Prozent des weltweiten Flugverkehrs abwickeln. Die ausgewerteten Daten stammen aus über 20.000 Berichten, die von etwa 40 Fluglinien eingereicht wurden. Obwohl es sich nur um eine Momentaufnahme handle, zeigte die Auswertung eine deutliche Entwicklung, heißt es in der Aussendung.
(chrile)