Wir Österreicher halten uns insgeheim gern für den Nabel der Welt. Damit ist es seit dem Malheur von Linz erst einmal vorbei: Seit dem SPÖ-Debakel gilt Österreich als Bananenrepublik – oder eher wohl als Birnenrepublik. Nix da mit Felix Austria.
Als Nabel der Welt hat auch New York ausgedient – derzeit ist es eher der Nebel der Welt. Für Wahl-Floridianer Donald Trump und Ron DeSantis, Floridas Gouverneur, ist Miami indes die Stadt der Stunde, das Maß der Dinge – allem voran im Sport. Im Basketball ringt Miami Heat um den Meistertitel in der NBA, im Eishockey setzen die Florida Panthers zum Sprung auf den Stanley Cup an – ironischerweise gegen die Golden Knights aus der Wüstenoase Las Vegas. Verkehrte Welt: In Kanada – dem Mutterland des Eishockey – wüten Feuer, unter der glühenden Sonne des US-Südens nimmt der Puck Fahrt auf. Und nun stößt auch noch Lionel Messi zu Inter Miami, dem Retortenteam David Beckhams. Felix Florida!
Nur „The Donald“ hadert mit dem Schicksal. Erst flog Trump, gehetzt von den Dämonen der Justiz, in der Karwoche von Florida zum Schweigegeld-Prozess nach New York. Und am Dienstag, am Vorabend seines 77. Geburtstags, düst er von seiner Sommerresidenz in New Jersey zur Einvernahme retour ins subtropisch-schwüle Miami – eine Party für seine Rivalen und Gegner.
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