Kritik Kunst

Belvedere: Eine Geschichte schlechter Kunst?

Österreichische Selbstbespiegelung: Maria Lassnigs „Doppelselbstporträt mit Kamera“, 1974.
Österreichische Selbstbespiegelung: Maria Lassnigs „Doppelselbstporträt mit Kamera“, 1974.Stoll/Belvedere
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Belvedere. Die Neuaufstellung der Sammlung ist schiefgegangen: Es wird zu zeigen versucht, was es nie gegeben hat – eine gemeinsame Kunstgeschichte der österreichischen Monarchie.

Die neue Hängung in den Obergeschoßräumen des Oberen Belvedere ist ein Tiefpunkt; in jeder Hinsicht schiefgegangen – man weiß gar nicht, wo man beginnen soll. Das Belvedere ist angeblich (dem offiziellen Namen nach) die „Österreichische Galerie“ – merkwürdigerweise, trotz aller internationalen Meisterwerke, die sie beherbergt, von Caspar David Friedrich über Delacroix und Feuerbach bis Monet und Renoir. Allerdings ist der überwiegende Teil des Sammlungsbestands österreichisch. Was aber bedeutet hier „österreichisch“ eigentlich? Jedenfalls keine konsistente Kunstgeschichte. Was die anbrechende Moderne betrifft, sogar im Gegenteil.

Während die Kunst des 19. Jahrhunderts über weite Strecken vergleichsweise einheitlich war – der Historismus ist international –, zeigt sich die Entwicklung der Moderne, besonders in der k. u. k Monarchie, weitgehend gespalten. Besonders die großen Kronländer und Königreiche Tschechien und Ungarn gehen einen dezidiert anderen Weg als Wien. Was doch erstaunlich ist, man orientiert sich – zumindest in der Malerei – keineswegs an der Secession, Gustav Klimt oder der Wiener Werkstätte, sondern an Frankreich.

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