In Krisen agiert er zuverlässig. Doch bei öffentlichen Auftritten wirkt er vergesslich und ungelenk. Die Amerikaner sorgen sich um die Gesundheit des 80-jährigen US-Präsidenten. Und das ist nicht sein einziges Problem.
Es ist das Ende einer Woche, in der Donald Trump mit dem Bruce-Springsteen-Ultra Chris Christie einen Rivalen bekommen hat, der gegen ihn austeilen kann. Das Ende einer Woche, in der Trumps Vizepräsident, Mike Pence, einen Wahlkampf begann, der sich hauptsächlich um den gewaltsamen Sturm aufs Kapitol am 6. Jänner 2021 drehen wird. Das Ende einer Woche, in der zuerst Trump, dann auch Boris Johnson das Wort „Hexenjagd“ krakeelten. Wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Ex-Premier Johnson verließ aus eigenen Stücken das britische Parlament – Ex-Präsident Trump muss sich wegen mutmaßlichen Geheimnisverrats vor einem Bundesgericht verantworten, als Angeklagter. Es war eine Woche, die sich anfühlte, als ob eine TV-Serie, 2016 begonnen, auf ihrem Höhepunkt angelangt war.
Nur von einem wichtigen Protagonisten hörte man wenig: US-Präsident Joe Biden. Er gilt mittlerweile als so medienpolitisch kontrolliert, dass manche Kabel-Fernsehsender nur noch lustlos zu seinen Terminen kommen, meist in der Hoffnung, einen Aussetzer des 80-Jährigen aufzeichnen zu können. So geschehen jüngst bei der Graduierungsfeier einer Militärakademie. Biden stolperte über einen seltsam platzierten Sandsack, dann ging er ganz zu Boden. Eine ganze Armada an Mitarbeitern musste ihm auf die Beine helfen.