Wenn in der Kammeroper eine späte Korngold-Erstaufführung auf dem Programm steht, werden auch ungute Erinnerungen wach.
Es sind nur noch Nazis in der Stadt“, soll Erich Wolfgang Korngold geseufzt haben, wenn nach der großen Arie der Titelheldin seiner Oper „Die Kathrin“ anlässlich der Wiener Premierenserie kein Applaus kam. Das war 1951. Der Komponist kannte seine Stadt und deren Opernfreunde nicht wieder. Sie hatten ihn vor der Emigration auf Händen getragen und die „Tote Stadt“ zu einer Lieblingsoper gekürt. Strauss‘ „Rosenkavalier“ ausgenommen, war das sonst keinem deutschsprachigen zeitgenössischen Stück mehr passiert.