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Frauen in der digitalen Welt: „Diverse Teams sind erfolgreicher“

Talk. Frauen sind in den technischen und digitalen Berufen tendenziell unterrepräsentiert – das müsste nicht sein, darüber sind sich die drei Diskutantinnen des Women in Tech Talk der „Presse“ einig.

Nur 22 Prozent aller technischer Positionen in europäischen Unternehmen sind mit Frauen besetzt. Das ist überraschend, wenn man bedenkt, dass Technologie einen Großteil der Innovation und des Wachstums in der heutigen Welt ausmacht. Dieses Defizit zu beseitigen, ist also weit mehr als nur eine Frage des guten Willens – es ist eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Aber warum hat Europa Schwierigkeiten, technikinteressierte Frauen zu finden und vor allem auch zu halten? Und wie kann das Problem am besten angegangen werden? Diese Fragen stellte auch Eva Komarek, General Editor for Trend Topics, Styria Media Group, beim ersten Women in Tech Talk im „Presse“-Studio – und zwar drei erfolgreichen Managerinnen im technischen Bereich.

Mut, Interesse zu zeigen

Doris Lippert betont die Wichtigkeit von niederschwelligen Zugängen und die Möglichkeit, mit technischen Bereichen früh in Berührung zu kommen. Auch Daniela Pak-Graf ist überzeugt, dass Mädchen bei als „schwierig“ geltenden Fächern wie Mathematik oder Informatik, oft kommuniziert werde: Es ist ok, wenn du das nicht kannst. Das brauchst du ohnehin nicht.“ „Wenn man einfach damit aufhören würde, hätten wahrscheinlich mehr Mädchen den Mut, ihr Interesse auch zu zeigen“, meint sie.

Kinder als Karrierebooster

Auch die Blickwinkel von außen können beeinflussen. „Ich habe meine Karriere in einem großen amerikanischen Unternehmen gemacht, intern und für den Kunden hat immer meine Qualifikation gezählt“, erzählt Maria Kirschner. Nach der Karenz wurde sie allerdings sofort gefragt, ob sie Teilzeit oder nur interne Aufgaben übernehmen wolle. Sie entschloss sich, mit ihrem damals einjährigen Sohn ins Headquarter nach Paris zu wechseln. Auch für Lippert war jedes Kind ein Karrierebooster: „Ich habe die Zeit genutzt, um mich weiterzubilden, ich habe die Zeit mit meiner Familie genossen – und danach hatte ich die Zeit und die Möglichkeit, mich tatsächlich für die Rollen zu bewerben, die ich wirklich haben möchte.“

Diverse Teams sind erfolgreicher

Am Ende sprachen die drei Gesprächsteilnehmerinnen noch darüber, warum die Erhöhung des Frauenanteils das Ziel jedes Unternehmens sein sollte, warum diverse Teams erfolgreicher sind und warum Diversity und Inklusion Teil der Bewertungskriterien in Mitarbeitergesprächen sind.

Zu den Gesprächsteilnehmerinnen

Maria Kirschner ist Vice President, Country General Manager Kyndryl Alps (Austria & Switzerland). Das Unternehmen ist einer der weltweit größten Infrastrukturdienstleister und in mehr als 60 Ländern aktiv.

Doris Lippert ist in der Geschäftsführung von Microsoft Österreich verantwortlich für den Bereich Global Partner Solutions. In dieser Rolle verantwortet sie den Wissenstransfer zu den Partnern und deren Vernetzung mit den Kunden von Microsoft.

Daniela Pak-Graf ist Geschäftsführerin des Merkur Innovation Lab, eines Start-up der Merkur Versicherung, das den Fokus auf Data Science und Künstliche Intelligenz legt. Pak-Graf hat das Unternehmen innerhalb des Konzerns aufgebaut.

Das Branchengespräch fand auf Einladung „Die Presse“ statt und wurde finanziell unterstützt durch Kyndryl.


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