Wagner-Chef

Prigoschins rätselhafte Tour durch Russland

Archivbild: Jewgenij Prigoschin (links) Ende Mai in Bachmut.
Archivbild: Jewgenij Prigoschin (links) Ende Mai in Bachmut.IMAGO/Concord Press Office
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Der Chef der Söldnertruppe Wagner spricht vor Publikum über seine Pläne – und will sich nicht dem Verteidigungsministerium unterordnen.

Kaum ein Tag vergeht, an dem Jewgenij Prigoschin nicht versucht, Russland ein bisschen mehr nach seinen Vorstellungen zu formen. Auch am Dienstag war so ein Tag. Da reiste der Chef der Privatarmee Wagner nach Uljanowsk, Lenins Geburtsstadt an der Wolga. Anlass war – wie schon mehrfach in den letzten Wochen – ein öffentlicher Auftritt. Begleitet wurde Prigoschin vom verurteilten früheren Waffenhändler Viktor Bout. Bout, der lange Jahre in einem US-Gefängnis einsaß und im Vorjahr im Rahmen eines Austauschs frei kam, ist nun Duma-Abgeordneter für die Partei des verstorbenen Wladimir Schirinowskij. Bout halte er für einen „sehr klugen und gebildeten Mann“, ließ Prigoschin wissen. Dank Männern wie But könnte Russland „stärker und härter“ werden als es heute ist.

Prigoschin empfiehlt nicht nur Bout für eine helle Zukunft Russlands, er empfiehlt auch sich selbst immer unmissverständlicher. Seit Ende Mai tourt der 62-jährige Kahlkopf durch russische Großstädte und erklärt – breitbeinig sitzend und mit bellender Stimme –, was sich ändern müsse in Russland. Prigoschin sitzt in Mehrzweckräumen in Nischni Nowgorod, Jekaterinburg und Wladiwostok und fordert die Wiedereinführung der Todesstrafe, das Kriegsrecht und die vollständige Mobilisierung der Gesellschaft. „Wir müssen aufhören, hübsche Brücken und große Theater zu bauen“, sagte er vor ein paar Tagen. „Alles für die Front, alles für den Sieg.“

„Sag Wagner danke“: Ein Graffito in St.  Petersburg rühmt die Soldaten der Privatarmee Wagner.
„Sag Wagner danke“: Ein Graffito in St. Petersburg rühmt die Soldaten der Privatarmee Wagner.Reuters / Anton Vaganov

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