Die Kür des neuen SPÖ-Chefs stand von Anfang an unter einem so unglücklichen Stern, dass man meinen könnte, die Sache sei verwunschen; so, als hätte eine böse Fee oder gar eine Hexe den Wahlprozess mit einem Fluch belegt.
Und nur ein Prinz wäre in der Lage, die Partei von diesem Bann zu befreien und die „alte Tante SPÖ“ wach zu küssen und ihre Kräfte zu entfesseln. Der Prinz kam, wie sich herausstellen sollte, nicht als Ritter in schimmernder Rüstung auf einem Schimmel. Doch er stammt aus der Sippe der Bablersberger, einer stolzen Arbeiterdynastie aus Traiskirchen. Sein Wunsch, ja sein Traum ging am Ende durch eine geradezu märchenhafte Wende in Erfüllung. Womöglich war ja doch eine gute Fee mit dem Zauberstab am Werk.
Der Bablersberger und seine Helfershelferinnen Julia und Eva-Maria sprachen so viel von „gewunschen“ – statt von „gewünscht“ –, dass sich der Eindruck verstärkte, sie hätten die spätmittelalterliche Lautverschiebung nicht ganz vollzogen. Das Wiener Idiom hat eben auf sie abgefärbt. Womöglich haben sie sich indes an ihre Schulzeit erinnert, an eine Selbstbeschwörung – an Peter Handkes „Als das Wünschen noch geholfen hat“ statt an dessen „Wunschloses Unglück“. Ende gut, alles gut. Alle sind wunschlos glücklich – bis auf ein paar Burgenländer und Pam, die abgedankte Königin. (vier)
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