Interview

„Entführung“ an der Volksoper: „Mozart war nie in der Türkei“

In der neuen „Entführung“, ab Samstag an der Volksoper: Stefan Cerny, Hedwig Ritter.
In der neuen „Entführung“, ab Samstag an der Volksoper: Stefan Cerny, Hedwig Ritter. Volksoper/Barbara Palffy
  • Drucken

Nurkan Erpulat inszeniert „Die Entführung aus dem Serail“ an der Volksoper mit neu hinzugefügten Monologen des Bassa Selim. Damit will er orientalistische Stereotypen hinterfragen. Der „Presse“ erklärten er und Darsteller Murat Seven, wie sie sich das vorstellen.

„Gib mir eine orientalistische Oper!“ Mit diesem Wunsch habe seine Zusammenarbeit mit Volksoperndirektorin Lotte de Beer begonnen, erzählt der türkischstämmige Regisseur Nurkan Erpulat, der sich in Wien bisher etwa mit einer Inszenierung im Werk X („Dunkel lockende Welt“ von Händl Klaus) profiliert hat. Nun debütiert er mit Mozarts Singspiel „Die Entführung aus dem Serail“ im Haus am Gürtel – und scheut die Konfrontation mit dem Stück keineswegs.

„Im Gegenteil“, sagt er: „Als aus der Türkei Kommender interessiere ich mich besonders für die Zwischenräume und die Reibungsflächen der ,Entführung‘. Genau weil diese Oper leider bestimmte Stereotypen bedient, juckt es mich sehr, diese infrage zu stellen und auf eine andere Ebene zu bringen. Ich nehme die Oper, um darüber zu reden, wie ambivalent, auch in Bezug auf Sexualität und Gewalt, Bilder über die Osmanen immer wieder sind.“

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.