USA/China

Die überfällige Peking-Premiere des Antony Blinken

Treffen zwischen den Delegationen Chinas und der USA im März 2021 in Anchorage.
Treffen zwischen den Delegationen Chinas und der USA im März 2021 in Anchorage.APA / AFP / Frederic J. Brown
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Der Antrittsbesuch des US-Außenministers steht im Zeichen vielfältiger Spannungen zwischen den Supermächten.

Das Gespräch zwischen Xi Jinping und Bill Gates in Peking am Tag nach dem 70. Geburtstag des chinesischen Staatschefs war von einer amikalen Atmosphäre geprägt. Der Gründer des Microsoft-Konzerns sei der „erste amerikanische Freund“, den er heuer empfangen habe, schmeichelte Xi. Im Übrigen hoffe er auf eine dauerhafte Freundschaft zwischen den beiden Völkern, sagte Chinas starker Mann am Freitag.

Die China-Reisen von Gates, Elon Musk, des Apple-Chefs Tim Cook und von Jamie Dimon, dem Vorstandschef von JP Morgan, in den vergangenen Monaten belegen indessen, dass es um die wirtschaftlichen Beziehungen weit besser bestellt ist als um die politischen. Die Peking-Visite des US-Außenministers Antony Blinken am Wochenende wird ein Indikator dafür sein, ob sich eine graduelle diplomatische Entspannung zwischen den Supermächten entfaltet.

Nach Tiefpunkten, markiert durch die Taiwan-Reise Nancy Pelosis im vorigen Sommer und der Affäre um den chinesischen Spionageballon im Februar, die zur Absage des Blinken-Besuchs geführt hat, haben Peking und Washington zumindest wieder ihre Gesprächskanäle geöffnet. Im Mai kamen hochrangige Vertreter, der außenpolitische Chefstratege Wang Yi und Sicherheitsberater Jake Sullivan, zu zweitägigen Geheimgesprächen in Wien zusammen, um die breite Palette an Konfliktthemen zu erörtern – vom Handelskrieg über die Taiwan-Frage bis zur Vermittlung im Ukraine-Krieg, wo China trotz der bis dato fadenscheinigen Friedensinitiative eine konstruktive Rolle spielen könnte.


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