Pizzicato

Spendierhosen und Geizhälse

Donald Trump als Dagobert Duck.

Vor Dorf- und Zeltfesten auf dem Land war es seit jeher üblich, dass der Bürgermeister die Spendierhosen anzieht – und das gilt selbstverständlich auch für die Bürgermeisterin, selbst wenn sie Rock trägt. Eine Lokalrunde oder Freibier für die Musikkapelle auszugeben, das war Ehrensache auf jedem Kirtag. Jedem Landeshauptmann, jeder Landeshauptfrau ist das in Fleisch und Blut übergegangen. Politiker, die auf sich hielten und um die Gebräuche wussten, hatten zu diesem Zweck ein paar Hunderter in der Tasche stecken. Heute übernimmt der Assistent die Rechnung – und er zahlt nicht mehr bar, sondern mit Kreditkarte.

Kleingeld, das einst aus der Portokasse kam, als noch Briefe verschickt wurden, sollte für Milliardäre kein Problem sein. „Essen für alle“, rief Donald Trump in Miami bei einem Fototermin im Versailles, dem Treff der Exil-Kubaner. Der Ex-Präsident war nach der Vorladung vor Gericht in vermeintlicher Spendierlaune – schließlich hatte er anderntags Geburtstag. Er stürzte ein Cola hinunter, kurz darauf war er verschwunden – und hinterließ hungrige Mäuler, enttäuschte Erwartungen und ein gebrochenes Versprechen.

Dass er ein Geizhals ist, kann Sarah Palin bezeugen. Als er sie in New York zu einer Pizza ausführte, speisten sie mit Plastikbesteck in einer Fast-Food-Pizzeria – Donald T. als Dagobert Duck.

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com


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