Der Besuch des US-Außenministers Blinken muss als ein bescheidener Erfolg gelten. Die Diplomatie ist am Wort. Die Devise: Kommunikation statt Konflikt.
In der Manier eines Autokraten ließ Xi Jinping die US-Delegation zappeln. Bis eine Dreiviertelstunde vor dem Gespräch mit Außenminister Antony Blinken ließ Chinas Staats- und Parteichef die Gäste aus Washington im Ungewissen, bis er sie in der Großen Halle des Volks empfing – wo sich nach der Pandemie neuerdings Präsidenten und Konzernchefs die Klinke in die Hand geben. 35 Minuten nahm sich Xi für den US-Chefdiplomaten Zeit, und er pries – ganz auf Kuschelkurs – die Fortschritte in den zuvor tiefgefrorenen bilateralen Beziehungen.
Immerhin: Sie reden also wieder miteinander. Das war die gute Nachricht vom Besuch Antony Blinkens in Peking für den Rest der Welt. Die Krisenkommunikation sei quasi eine globale Verpflichtung, betonte Xi, der sich als Staatsmann gerierte. Der US-Außenminister hatte zuvor das Ziel deklariert, die Kommunikation zwischen Peking und Washington anzuleiern, um eine Konfrontation der Supermächte zu verhindern. Dialog statt Konflikt, so lautet die Formel. Nicht auszudenken, welche Spirale sich in Gang setzen würde, würden Kampfjets und Kriegsschiffe in Lauerposition über und in der Taiwanstraße zusammenprallen. Jüngst sind sie einander schon gefährlich nahe gekommen.