Syrien: Regierung und Opposition ringen um Dialog

Syrien Regierung Opposition ringen
Syrien Regierung Opposition ringen(c) AP (Thibault Camus)
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Die Opposition und die Regierung haben sich beide zu Gesprächen bereit erklärt - dennoch scheint es nicht zu Verhandlungen zu kommen.

Der internationale Sondergesandte Lakhdar Brahimi drängt die syrische Opposition zu Gesprächen mit der Regierung in Damaskus. Brahimi habe am Sonntag im ägyptischen Kairo den Chef der oppositionellen syrischen Nationalen Koalition, Ahmed Moas al-Khatib, getroffen, teilten die Vereinten Nationen in New York mit. Dabei habe der Sondergesandte das jüngste Dialogangebot von Al-Khatib begrüßt "und die Koalition ermutigt, in dieser Richtung fortzufahren".

Al-Khatib hatte unlängst direkte Gespräche mit Regierungsvertretern angeboten, die "kein Blut an den Händen" hätten. Sein Bündnis machte aber zugleich deutlich, dass es bei den Gesprächen unbedingt auch um einen Rücktritt von Staatschef Bashar al-Assad gehen müsse. Die syrische Regierung wiederum erklärte sich am Freitag zu einem Dialog mit den Aufständischen "ohne Vorbedingungen" bereit - ohne jedoch auf das Angebot von Al-Khatib einzugehen.

Rebellen nahmen Armeestellung ein

Al-Khatib hatte für ein Treffen Gebiete im Norden vorgeschlagen, die von den Rebellen gehalten werden. Am Sonntag kam es dort wieder zu Kämpfen. Islamistische Rebellen haben eine Armeestellung in der nördlichen Provinz Raka eingenommen. Dabei hätten die Dschihadisten in Tabka Munition und Artilleriegeschütz erbeutet, berichtete die oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Zudem hätten Aufständische in der östlichen Stadt Deir Essor mit ihren Panzern den Sitz einer Armeebrigade beschossen. Aktivisten bezeichneten die humanitäre Lage in der Stadt als "dramatisch".

Die Beobachtungsstelle gab die Zahl der am Sonntag in Syrien getöteten Menschen mit mindestens 50 an, darunter 23 Zivilisten. Am Samstag gab es demnach 125 Tote, davon 52 Zivilisten. Die Angaben können von unabhängiger Seite nicht überprüft werden.

Unterstützung von USA und Arabischer Liga

Al-Khatib bekam für seinen Vorstoß Unterstützung von den USA und der Arabischen Liga, aber auch von den Assad-Verbündeten Russland und Iran. Der Syrische Nationalrat, größter Bestandteil der Opposition, lehnte dagegen jeglichen Dialog mit der syrischen Regierung ab und propagierte stattdessen den "Sturz des Assad-Regimes mit allen seinen Bestandteilen".

Der Aufstand gegen die syrische Regierung unter Staatschef Assad dauert seit März 2011 an und weitete sich mittlerweile zu einem Bürgerkrieg aus. Schätzungen der UNO zufolge wurden dabei bereits mehr als 60.000 Menschen getötet.

(APA/AFP/dpa)

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