Kritik. Frankreich hatte einen schwächeren Euro gefordert. Dagegen wehrt sich der EZB-Direktor Asmussen: Er hält die Probleme des Landes für innerstaatlich.
Frankfurt am Main. Die Europäische Zentralbank hat ihren Widerstand gegen die von Frankreich ins Spiel gebrachte aktive Wechselkurspolitik bekräftigt. Zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit Frankreichs sei kein Wechselkursziel beim Euro nötig, zitiert das "Handelsblatt" EZB-Direktor Jörg Asmussen. "Der Kern des Problems liegt im Land und nicht beim Wechselkurs", sagte der Notenbanker mit Blick auf die zweitgrößte Volkswirtschaft in der Euro-Zone.
Frankreichs Präsident Francois Hollande hatte angesichts eines kräftigen, wenn auch nur vorübergehenden, Kursanstiegs des Euro eine aktive Wechselkurspolitik im Euro-Raum gefordert.
EZB-Chef Mario Draghi hatte daraufhin erklärt, man werde den Euro-Kurs genau beobachten - was diesen zunächst auf Talfahrt schickte. Traditionell sind die Franzosen in der Euro-Zone eher für eine schwache und die Deutschen für eine starke Währung. Entsprechend war Hollande in den vergangenen Tagen auf Widerstand aus Berlin gestoßen. Die EZB ist traditionell gegen eine aktive Wechselkurspolitik.
Frankreich soll Neuverschuldung senken
Asmussen rief die Regierung in Paris auf, die Ziele bei der Haushaltskonsolidierung einzuhalten. "Es ist extrem wichtig, dass Frankreich in diesem Jahr seine Zusage erfüllt, das Defizit bei der Neuverschuldung unter drei Prozent zu senken." Er vertraue darauf, dass die Regierung die notwendigen Maßnahmen dafür umsetze. "Und sollten Prognosen darauf hindeuten, dass der Zielwert verfehlt wird, ist es im eigenen Interesse der Regierung in Paris, zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen."
(APA/stl)