Von Liebesgeschichten, erotischen Katastrophen und ihrer eigenen Donauinselfest-Vergangenheit: Schriftstellerin Julya Rabinowich schreibt an einem Buch zum 40-Jahr-Jubiläum des Festivals. Ein freudiges Kontrastprogramm zum Roman davor.
Es war 2009, als Julya Rabinowich das erste Mal ganz allein aufs Donauinselfest ging. Einen Abend lang wollte sie ihr Leben als Mutter hinter sich lassen, sich wieder einmal richtig selber spüren. Sie zog die Jacke aus ihrer Jugend an, die sich nicht mehr zumachen ließ, und lauschte einer Band, die sie nicht kannte.
„Ich stand ganz hinten, ich habe den Sänger kaum gesehen, weil er so weit weg war, und ich so klein bin. Aber er hatte eine Strahlkraft, die über diesen Abstand hinweg gewirkt hat“, erinnert sich die Schriftstellerin an den Abend, der ihr zweierlei bescheren sollte. Zum einen eine Art persönlicher Coming of Age-Geschichte. „Ich war aufs Donauinselfest gegangen, in der Hoffnung, wieder jugendlich sein zu können.“ Beim Hören der melancholischen Lieder der Band wurde ihr klar, „dass es einfach nicht mehr zurück geht. Und dass es gut so ist“. Entdeckt habe sie dafür mit Snow Patrol eine ihrer heutigen Lieblingsbands, die sie nicht zuletzt beim Schreiben hört. „Das ist etwas, wofür ich dem Donauinselfest immer dankbar sein werde.“
Es sind persönliche Geschichten wie diese, die Julya Rabinowich gerade zu einem Buch zum Donauinselfest versammelt. Eigene, aber auch eingesandte, die sie literarisch bearbeitet. Und jene, die sie in Gesprächen mit Kunstschaffenden und Mitarbeitern erfahren hat. Aus all dem soll bis Herbst ein kleines Kaleidoskop entstehen: 40 Geschichten zu 40 Jahren Donauinselfest. Manche Erzähler werden mit Namen und Foto zu sehen sein. Andere wollen lieber anonym bleiben, „was man angesichts der Geschichten gut verstehen kann“.