E-Banking, Pizza bestellen und Einkaufen: Für 80 Prozent der Jugendlichen und jeden zweiten Österreicher ist das Internet Alltag.
Wien. Sie bestellen sekundenschnell Kinokarten über das Internet - ebenso wie Pizza, Bücher oder Geschenke. Bankgeschäfte werden per E-Banking abgewickelt und E-Mails ersetzen Briefe: 78 Prozent der Österreicher zwischen 16 und 24 nutzen das Internet.
Bei den 16 bis 74-Jährigen sind es 52 Prozent - ein Plus von zehn Prozent innerhalb eines Jahres. Diese Zahlen gab die Statistik Austria am Montag bekannt (siehe auch unten stehende Grafik). Die Österreicher - ein Internet-Volk? "Es gibt eine Generation, für die das Internet selbstverständlich ist; die bedient es bereits intuitiv", erzählt Richard Wein, Vater eines 12- bzw. 13-jährigen Kindes und Geschäftsführer von nic.at, der heimischen Registrierungsstelle für Domains (Adressen mit der Endung .at, die von Firmen oder privaten Usern für ihre eigenen Internet-Seiten angemeldet werden): "Diese Generation wird in spätestens zehn Jahren in den Beruf einsteigen; dann werden die Auswirkungen spürbar", erklärt Wein der "Presse".
Die massiven Steigerungsraten bei der österreichweiten Internet-Nutzung erklärt er so: "Es gibt zahlreiche Maßnahmen im Bereiche des E-Governments. Immer mehr Menschen lernen auf diesem Weg, mit dem Internet umzugehen. Dieses Wissen wird im privaten Umfeld (E-Banking/Bücherkauf bei amazon, Anm.) umgesetzt." Eine gute Messgröße sei die Zahl der in Österreich registrierten Domains: "Hier haben wir jedes Jahr Zuwachsraten von mehr als zehn Prozent." Alleine im Jahr 2004 sei die Zahl der Internet-Adressen um 75.000 auf 350.000 gestiegen.
Wie sieht die Zukunft der österreichischen Net-Generation aus? Diese Frage diskutiert die europäische Internet-Elite am Donnerstag und Freitag im Eventhotel Pyramide in Vösendorf bei Wien (siehe unten stehenden Artikel). Der Trend: "TV, Video, Radio und Telefon wachsen zu einem Medium zusammen; und das basiert auf dem Internet", erklärt Wein. Der Medienphilosoph Frank Hartmann vom Publizistikinstitut Wien, bilanziert: "Das Internet tangiert jeden Bereich in unserer Gesellschaft."
Ein Beispiel: Bei verschiedenen Elektronik-Messen ist oft ein "denkender" Internet-Kühlschrank zu sehen. Er registriert, wenn Nahrungsmittel wie z. B. Milch zu Ende geht, bestellt rechtzeitig über das Internet Nachschub und zahlt per Kreditkarte. Die Lieferung erfolgt per Zustelldienst.
Der nächste gesellschaftliche Impuls geht von der Net-Generation aus, die zu rund 80 Prozent im Netz surft (16- bis 24-Jährige). Ingrid Kromer vom Österreichischen Institut für Jugendforschung: "Das Internet erfordert andere Standards bei Mitbestimmung und Interaktivität." Jugendliche wollen nicht nur passiven TV-Konsum, sondern Partizipation: Diskussionsforen (Chats), Online-Spiele mit Teilnehmern aus aller Welt, Partnerbörsen würden das zeigen, so Kromer. Und: "Das Internet wirkt sich nicht negativ aus. Bei Jugendlichen stehen Freunde noch immer an der Spitze - obwohl neue Medien das Lebensgefühl beeinflussen."