Buchkritik

#MeToo-Roman: Wie man mitschuldig wird

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SymbolbildIMAGO/POSS ROLF
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In „Komplizin“ beleuchtet Winnie M Li Übergriffe in der Filmindustrie aus verschiedenen Blickwinkeln.

Für die junge Sarah Lai geht ein Traum in Erfüllung: eine Stelle in der Filmproduktionsfirma Firefly im hippen Meatpacking District in New York. Sarah hat zwar einen Abschluss von der Columbia-Universität in der Tasche, hat aber als Tochter von Immigranten aus Hongkong, die ein China-Restaurant betreiben, keine Beziehungen in die Filmwelt. Sarah ist bei Firefly unterbezahlt und überbeschäftigt, doch funktioniert das kleine Team gut und fährt bald den ersten Erfolg ein. Mit diesem tritt auch der milliardenschwere Investor Hugo North auf den Plan, und damit wird alles anders. Und vor allem für junge Frauen deutlich gefährlicher.

Die Autorin Winnie M Li rollt ihren Roman in Form einer Rückblende auf: Der „New York Times“-Journalist Thom Gallagher recherchiert zehn Jahre nach dem Dreh zu dem Film „Furious Her“ einige #MeToo-Vorwürfe gegen Hugo North und interviewt dafür eine Reihe von Frauen, darunter auch Sarah, die zu diesem Zeitpunkt bereits aus dem Filmgeschäft ausgestiegen ist. Winnie M Li weiß gleich auf mehreren Ebenen, wovon sie schreibt: Zum einen produzierte sie Indie-Spielfilme, zum anderen wurde sie selbst Opfer einer Vergewaltigung, was sie schon 2017 in ihrem erfolgreichen Roman „Nein“ verarbeitete. 

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