Ostasien

Warum Nordkorea mit einem „Rachekrieg“ gegen die USA droht

Parade zum 75. Geburtstag Nordkoreas im Februar
Parade zum 75. Geburtstag Nordkoreas im FebruarReuters / Kcna
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Martialische Propaganda gehört zum Ritual in Nordkorea. Dafür wächst der Verdacht auf eine Wiederkehr der Corona-Epidemie.

Wie tief muss der Frust sitzen? Offenbar steckt dem nordkoreanischen Regime die Blamage über den am 31. Mai gleich nach dem Start abgestürzten Spionagesatteliten schwer in den Knochen. Anders ist es kaum zu erklären, dass Diktator Kim Jong-un den für seine Dynastie wenig ruhmreichen 73. Jahrestag des nordkoreanischen Überfalls auf Südkorea für eine Rachedrohung gegen die USA benutzt. Vor angeblich 120.000 Arbeitern und Studenten wurde am Sonntag im zentralen Stadion „1. Mai“ die Kriegsdrohung verkündet.

Fotos in den amtlich gelenkten Medien zeigen kampfentschlossene Menschen, die Plakate wie „die imperialistischen USA sind Zerstörer des Friedens“, „lasst uns die imperialistischen Eindringlinge der USA ausrotten oder auch „das gesamte US-Festland ist in unserer Schussweite“ hochhielten. Der Auflauf soll offenbar den Hass auf den Klassenfeind erneut anschüren. Schon in den Schulen und Kindergärten wird die amtliche Version der Regierung gelehrt, dass die Vereinigten Staaten 1950 den Krieg provoziert hätten und bei allen auch danach geborenen Nordkoreanern „tiefe Wunden hinterlassen hätten“, die „niemals geheilt werden können“.

Japan schießt Raketen ab

Der Korea-Krieg (1950-53) endete mit einer de-facto-Niederlage der kommunistischen Aggressionsarmee. Eine Allianz von UN-Streitkräften unter militärischer Führung der USA schlug die Invasion blutig zurück, obwohl rund eine Million chinesische „Freiwillige“ an der Seite des damaligen Diktators Kim Il-sung kämpften. Das Regime in Pjöngjang konnte von Glück reden, dass ein provisorischer Waffenstillstand die Kim-Clique rettete. Ein regulärer Friedensschluss steht auch 70 Jahre danach weiter aus.

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