Im Garten

Was es bei der Pflanzenwahl zu beachten gilt

Löwenzahn im Garten (Symbolbild)
Löwenzahn im Garten (Symbolbild)IMAGO/Norbert Neetz
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Nachhaltigkeit und ein stark gestiegenes Bewusstsein in Bezug auf den Klimawandel haben auch bei der Pflanzenwahl und Einrichtung von Grünflächen eindrucksvoll Einzug gehalten. Einige Tipps zur Gartengestaltung.

Immer mehr Menschen setzen auf Pflanzen, die einen Mehrwert für die Umwelt darstellen, die weniger Wasser brauchen, die nicht nur schön aussehen, sondern auch einen Nutzen bringen“, weiß Gärtnermeister Martin Jann, Marktleiter bei Starkl.

Robuste Sorten

So werden statt der vielen bisher üblichen Thujen, die sehr unter Wassermangel leiden, immer mehr heimische Ziersträucher gepflanzt, wie etwa Kornelkirsche, Sanddorn, Schlehe oder Holunder. „Deren Früchte kann man nicht nur essen, die Sträucher sind auch insektenfreundlich und eine wichtige Futterquelle für Vögel und Schmetterlinge.“ Ähnliches konstatiert auch Biogärtner Karl Ploberger, der aktuell von der internationalen Chelsea Flower Show mit neuem Wissen und zahlreichen Eindrücken zurückgekehrt ist.

„Ein wenig könnte man meinen, dass diese Chelsea Flower Show eintönig geworden ist, denn wohin man blickt, stehen Pflanzen im Mittelpunkt, die Insekten und anderen Tieren Nahrung und Schutz geben. Für mich eine der erfreulichsten Änderungen nach zwei Jahren ohne Show.“ Nicht zuletzt wird ganz großer Wert auf klimagerechtes Gärtnern gelegt. „Einerseits, was die Auswahl der Pflanzen betrifft, um der Hitze und Trockenheit zu widerstehen, andererseits aber, um ein Kleinklima mit Bäumen und Sträuchern für die Bewohnerinnen und Bewohner zu schaffen. Dadurch werden die hohen Temperaturen erträglich“, berichtet Ploberger. So kommen etwa südländische Pflanzen wie Lavendel, Granatapfel, Pfeifenputzer-Baum und andere mit wenig Wasser und hoher Hitze zurecht. Das heißt, dass eine mediterrane Gartengestaltung vermehrt zum Einsatz kommt bzw. kommen sollte.

»Ob mitten in der Stadt – als Projekt, um Kindern das Gärtnern näherzubringen –, auf dem Balkon oder als typischer Kitchen Garden, Gemüse steht im Land der Gärtner ganz hoch im Kurs.«

Karl Ploberger

Moderator und Biogärtner

Nutzgärten mit Erdung

Der zweite große Trend, der nicht zuletzt den Corona-Restriktionen geschuldet ist, ist die Zunahme von Nutzgärten. „Nahezu jeder, der einen Garten besitzt – auch wenn das bisher ein reiner Ziergarten war –, opfert zumindest einen Teil seines Gartens für den Gemüse- und/oder Kräuteranbau.“ Das gelte auch für fast alle, die über eine Terrasse oder einen Balkon verfügen. „Dort werden dann Kräuter, Erdbeeren oder sogar Gemüsepflanzen gesetzt“, berichtet Jann über seine Erfahrungen. Ein Trend, den Ploberger bestätigt. Sogar in England, dem klassischen Land der (Zier-)Gärten, nimmt der Gemüseanbau eine zunehmend wichtige Rolle ein. „Ob mitten in der Stadt – als Projekt, um Kindern das Gärtnern näherzubringen –, auf dem Balkon oder als typischer Kitchen Garden, Gemüse steht im Land der Gärtner ganz hoch im Kurs. Auch alte Sorten werden forciert und es wird gezeigt, wie man sie vermehrt.“

Ebenso beliebt ist der Freiraum als erweitertes Wohn- oder sogar Arbeitszimmer. „Der Garten als Ort der Kommunikation steht nach den Jahren von social distancing hoch im Kurs. Ob Modelle für Gemeinschaftsgärten zum Feiern oder als Oasen für Familien – die grünen Paradiese werden noch mehr zum grünen Wohnzimmer als bisher“, erläutert Ploberger. Holz ist hier das Material der Stunde. Nicht nur, was die Möbel betrifft, auch Holzdecks, Holzstege und erhöhte Sitzplätze erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Auch hier greift der Begriff der Nachhaltigkeit.

Plastikfreie Oase

„Zur Nachhaltigkeit gehört auch das plastikfreie Gärtnern dazu. Papiertöpfe, Holzetiketten, aber auch Möbel und generell Gartendeko, die nicht die Umwelt belasten, sondern langfristig wieder verrottbar sind, sind das Gebot der Stunde“, wie Ploberger konstatiert.

Was Sie beachten sollten im . . . Garten

Tipp 1

Bewässerung. Wasser ist im Sommer oft Mangelware – eine Regentonne hilft, Wasser aufzufangen. Abgekühltes Nudel- und Gemüsewasser kann man gut zum Gießen verwenden, die darin enthaltenen Nährstoffe tun auch der Pflanze gut. Wassersparend ist außerdem eine Tröpfchenbewässerung, auch wenn das einen gewissen technischen Aufwand erfordert.

Tipp 2

Kompost. Einen Komposthaufen selbst herzustellen ist keine Hexerei – und man braucht sich auch um die Entsorgung von Bioabfällen nicht mehr zu kümmern. Ein schattiger Standort, einen Komposter aus Holz, Paletten oder Drahtgitter bauen. Küchen-, Gartenabfälle und Rasenschnitt zerkleinern und aufschichten. Wässern und durchlüften, mit Rasenschnitt abdecken.

Tipp 3

Mini-Gewächshäuser. Um Pflanzen im Freien zu schützen und zum Wachsen zu bringen, können Plastikflaschen in der Mitte zerschnitten und die obere Hälfte über die entsprechende Pflanze gesteckt werden. Da es darunter sehr heiß wird, kann man den Deckel für ausreichende Luftzufuhr einfach abschrauben. Und man spart sich den Bau eines Gewächshauses.

Wasser ist für jeden Garten ebenfalls ein Thema. Beliebt ist die Kombination verschiedener Wasserflächen, beispielsweise zweier unterschiedlich hoher Becken, die durch einen Überlauf miteinander verbunden sind. Auch ein Bachlauf, der aus einem plätschernden Wasserspiel gespeist wird, ist ein stilvolles Gestaltungselement für den Garten, so wie Schwimmteiche sich nach wie vor großer Beliebtheit erfreuen. Allerdings sollte auch hier darauf geachtet werden, das Wasser nicht sinnlos zu verschwenden, am besten, man zieht einen Fachmann zurate.

„Seit Corona geht der grundsätzliche Trend eindeutig dahin, sich seine eigene Oase zu schaffen, etwas für die Umwelt zu tun und ein Stück Unabhängigkeit zu kreieren, indem man, wenn möglich, auch sein eigenes Gemüse anpflanzt“, resümiert Martin Jann.

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