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Diskussionskultur: „Die Gesellschaft wird zum Weltgericht“

Ethiker Ulrich Körtner war kürzlich bei einer „Im Zentrum“-Sendung, die wegen der schlechten Gesprächskultur von sich reden machte.
Ethiker Ulrich Körtner war kürzlich bei einer „Im Zentrum“-Sendung, die wegen der schlechten Gesprächskultur von sich reden machte. Clemens Fabry
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Der Ethiker und evangelische Theologe Ulrich Körtner ist häufig Gast in TV-Diskussionen. Über eine kürzlich erlebte Eskalation, ausgeschlossene Mehrheiten – und warum es ein Zuviel an Moral gibt, vor dem zu warnen ist.


Die Presse: Sie sind ein oft gesehener Gast bei Diskussionssendungen. Macht es Ihnen denn Spaß, öffentlich zu debattieren?

Ulrich Körtner: Bei jeder Anfrage frage ich mich erst einmal, ob es notwendig ist, das vorgegebene Thema zu diskutieren. Und dann, was dafür spricht, dass ich das mache. Bei manchen Themen überlege ich dreimal, ob ich mir das antun soll – weil man sich ja auch der Öffentlichkeit aussetzt. Ich kann mit Kritik leben, das gehört dazu. Aber es gibt Formen, die zu weit gehen.

Warum tun Sie es dann?

Weil ich glaube, etwas sagen zu müssen. Oder sagen zu können. Angeblich soll Oscar Wilde gesagt haben: Selig der Mensch, der nichts zu sagen hat und trotzdem schweigt. Zur Demokratie und Meinungsfreiheit gehört auch: Wenn man nichts zu sagen hat, einfach die Klappe halten.

Viele sehen die Gesprächskultur auf einem Tiefpunkt . . .

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