Staatsoper

Ende der Saison, Jubel ohne Ende

„Was bringt die Zukunft?“, fragen sich nicht nur Nornen. Die alte Staatsopern-Saison endete jedenfalls mit viel Applaus. 
„Was bringt die Zukunft?“, fragen sich nicht nur Nornen. Die alte Staatsopern-Saison endete jedenfalls mit viel Applaus. Staatsoper/Pöhn
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Mit einer akklamierten »Götterdämmerung« ging der »Ring« zu Ende, den Welser-Möst zu seinem letzten erklärt hat – und zugleich die Saison an der Staatsoper. Ein Rückblick.

Der Ausklang im mildzarten Licht der Erlösungstonart Des-Dur, der Schlussakkord in Wagners „Ring des Nibelungen“: Er war für 22.30 Uhr angekündigt bei dieser „Götterdämmerung“ zum Staatsopern-Saisonfinale. Zu diesem Zeitpunkt aber holte schon der ausdauerndste Teil des Publikums die Kernbesetzung noch ein letztes Mal vor den Vorhang, nach 20 Minuten lautstarker Begeisterung. Beides hat seinen Grund, das frühe Ende ebenso wie die lange Dankbarkeit. Franz Welser-Möst hat bei diesem „Ring“ neuerlich gezeigt, dass er Richard Wagner nicht als Zelebrant weihevoller Breite dienen möchte, als Produzent eines mystisch wabernden Klangnebels – sondern als Geschichtenerzähler.

Ohne jemals zu eilen oder gar zu hasten, sorgt er für eine vorwärts gerichtete Grundspannung in Rhythmus wie Artikulation. Dabei geht er von den Stimmen und Stimmungen im Drama aus. Und er hält auch die massivsten Steigerungen noch schlank und durchhörbar genug, sodass einem, etwa im Trauermarsch, nicht bloß die Ohren scheppern. Da behält also einer die Kontrolle, ohne der Musik vernehmbare Fesseln anzulegen – und auch nicht dem Orchester: Nach den immer wieder etwas wackeligen ersten drei Abenden des ersten Juni-„Rings“ war das Finale dieses zweiten der sicherste und zugleich opulenteste. Freilich, gerade das Ende hat man schon mit stärkerer innerer Bewegung vernommen.

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