Gegen den Lehrermangel werden immer mehr Externe in die Schulen geholt. Auch manch Ex-Politiker wie Alev Korun sind als Lehrer tätig. Was sie dazu motiviert hat, was sie aus ihrem alten Job mitbringen – und wie sie ihn von außen wahrnehmen.
Nach fast 20 Jahren war es dann genug. Als die heute 53-jährige Ex-Grünen-Politikerin Alev Korun 2017 aus dem Nationalrat und damit aus der Politik ausschied, diente ihr zunächst ein Sabbatical als erste Orientierungsphase. In diesem habe sie „intensiv gelesen“, erzählt sie heute. Und der studierten Politologin wurde klar, was sie nun machen wollte: „Ich habe mich mein ganzes Erwachsenenleben mit Gleichberechtigung, Zusammenleben und Integration beschäftigt. Nach meiner politischen Laufbahn hat es sich dann mehr und mehr herauskristallisiert, dass ich in Richtung Bildungsgerechtigkeit gehen will.“ Das habe sie aber nicht mehr nur „auf der Metaebene“, sondern „an der Basis mit Kindern und Jugendlichen“ machen wollen.
Seit 2021 unterrichtet Korun an einer Mittelschule in Wien-Favoriten unter anderem Politische Bildung und Englisch. Ihr Fazit nach zwei Jahren: „Es ist sehr faszinierend, junge Menschen zu stärken und zu begleiten. Da geht einem das Herz auf.“