Politik und Religion sind für den Small Talk ungeeignet, heißt es.
Die Themen mögen zwar spannender sein als das Wetter, können aber rasch zu ungeplant heftiger Eskalation führen. (Wiewohl auch eine nette Plauderei über das Wetter zu einer hitzigen Klimawandeldiskussion mutieren kann.)
Richtig brisant wird es aber, wenn man das vermeintlich harmlose Thema „Bargeld“ anspricht. Dann wird man schnell in eine Ecke gestellt. Bargeld-Fans gelten als potenzielle Steuerhinterzieher, Modernisierungsverweigerer oder gar Verschwörungstheoretiker. (Wer will schon Bargeld verbieten?) Wer sich hingegen über fehlende Kartenzahlmöglichkeiten beklagt, gilt als zu bequem und zu naiv, um die Gefahren von Datenkraken und Überwachungsstaat zu erkennen.
Das ist schade, die Diskussion wäre wichtig. Bargeld wird wohl nicht verboten werden, könnte aber verdrängt werden. Es gehört einem selbst (im Gegensatz zu Geld auf dem Konto) und setzt übergriffigen Konzernen und Regierungen zumindest Grenzen. Und das hilft auch denen, die es nicht so oft nutzen.