Jens Stoltenberg

Der andere Anführer der westlichen Welt

Jens Stoltenberg während eines Besuchs auf einer Luftwaffenbasis in Japan
Jens Stoltenberg während eines Besuchs auf einer Luftwaffenbasis in JapanKAZUHIRO NOGI
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Als Jugendlicher protestierte er gegen die Nato, jetzt ist er deren Chef und hängt noch ein Jahr an. Notgedrungen. Warum Jens Stoltenberg für die Nato zurzeit unverzichtbar ist.

Wien. Er hatte lange Haare und eine Wut auf den Westen. Er warf angeblich Steine auf die US-Botschaft wegen des Vietnam-Kriegs. Er ging gegen die Nato auf die Straße. Und er knüpfte losen Kontakt zu einem Mitarbeiter des sowjetischen Geheimdiensts, des KGB. Wer in den Siebzigern dem feurigen Jungsozialisten Jens Stoltenberg prophezeit hätte, dass er eines Tages Langzeitchef des Militärbündnisses Nato werden würde, hätte ihn damit wohl zutiefst beleidigt. Heute heftet Stoltenberg seinen Protest von damals als Jugendsünde ab. „Das ist Jahrzehnte her“, sagte der 64-Jährige einmal.

Jedenfalls: Statt Norwegen aus der Nato zu führen, führt der Norweger die Nato – und zwar noch ein weiteres Jahr bis Oktober 2024. Denn Vertreter der 31 Mitgliedstaaten einigten sich am Dienstag im Nordatlantikrat darauf, dass Stoltenbergs Vertrag verlängert wird – zum vierten Mal seit Amtsantritt 2014 und zum zweiten Mal binnen zwei Jahren. Nur einer war bisher länger im Amt und das ist lang her: der Niederländer Joseph Luns und zwar von 1959 bis 1972.

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