Astrophysik

Wenn Physiker zu Poeten werden: Das Weltall summt und brummt

Gravitationswellen kann man weder hören noch sehen. Aber so stellen fantasiebegabte Grafiker sie sich vor.
Gravitationswellen kann man weder hören noch sehen. Aber so stellen fantasiebegabte Grafiker sie sich vor.Getty
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Die langen Gravitationswellen begeistern die Forscher. Ihre Entdeckung dürfte ein Durchbruch sein – auch ohne akustische Metaphern. Aber was bringt er?

Wer hätte das gedacht: Unser Universum macht Geräusche, ständig und überall. Welche genau, da sind sich die Beschreiber noch nicht ganz einig. Wir bekommen da neuerdings einiges zu hören: Es „wummert“, es „brummt“, es „rumpelt“, es „poltert“. Andere geben es weniger lärmig, sie melden ein „Rauschen“ im Hintergrund, ein „Summen“ oder ein „leises Flüstern“. Natürlich sind das alles nur Metaphern, wirklich zu vernehmen gibt es für uns nichts.

Es geht um Gravitationswellen sehr niedriger Frequenz, die so klingen würden, wenn sie ein akustisches Signal wären. Vor Kurzem wurden sie detektiert, von vier Forschungsgruppen in Europa, Nordamerika, Australien und China. Ende der Vorwoche haben sie die Entdeckung gleichzeitig verkündet, im Journal „Astronomy and Astrophysics“. Seitdem versuchen Wissenschaftler, die Öffentlichkeit mit ihrer Euphorie anzustecken, durch hinkende Vergleiche und starke Worte: „Das sind gewaltige Nachrichten“; „Wir sind unglaublich aufgeregt“; „Momente wie diese sollten unseren Blick auf die Welt verändern“. Wir feiern gern mit. Aber warum?


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