Pizzicato

Ein Zacken aus der Krone

Game of Thrones in Schottland.

Andy Murray ist seit Jahren auf Abschiedstour, und immer wieder feiert der 36-jährige Schmerzensmann ein Comeback. Nicht, dass der schottische Tennisstar wie ein Phönix aus der Asche aufstiege. Aber auf Rasen – zumal auf britischem – ist der zweifache Wimbledon-Champion auf seinem Terrain. Ehrensache also, dass Sir Andrew in Wimbledon mit von der Partie war – und die Briten hofften, dass es der sentimentale Favorit in die zweite Turnierwoche schaffen möge. Sie drückten dem Braveheart die Daumen —nach einem Fünf-Satz-Thriller gegen Stefanos Tsitsipas letztlich aber vergeblich. Murray kehrt vorzeitig zurück auf die schottische Scholle.

Auch King Charles verbinden nostalgische Gefühle mit Schottland, weniger mit der gestrengen Internatszeit in Gordonstoun, vielmehr mit den Sommerferien auf Balmoral in der Frischluft der Highlands. In Edinburgh zeigten sich die Schotten neulich dann auch alles andere als geizig. Sie überreichten ihm in einer Zeremonie in der Kathedrale die Kronjuwelen: Krone, Szepter, Schwert.

Nicht, dass ihm ganz Schottland zu Füßen läge. Auf den Orkney-Inseln hoch oben im Norden kokettieren sie mit dem Übertritt in ihr angestammtes Königreich. Harald, der norwegische Monarch und als Segler ein Nachfahre der Wikinger, lockt mit schwarzem Gold: Öl. Ein neuzeitliches „Game of Thrones“: Gut möglich also, dass den britischen Inseln über kurz oder lang ein Stückchen wegbricht – und Charles ein Zacken aus der Krone fällt.

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