Das Regime in Teheran revanchiert sich mit Piraterie für westliche Sanktionen.
Die Besatzung des Öltankers TRF Moss schickte ihren Notruf in der Nacht: Schiffe der iranischen Kriegsmarine hätten sich dem Schiff im Golf von Oman genähert, funkte die Crew. Von einem Stützpunkt in Bahrain entsandte die US-Marine einen Zerstörer in die Gegend. Als das US-Schiff auftauchte, drehten die Iraner ab. Wenige Stunden später beschossen Irans Militärs die Richmond Voyager, einen anderen Öltanker vor der Küste vom Oman. Der US-Zerstörer vertrieb die Iraner auch nach diesem Angriff.
Der Golf von Oman bildet zusammen mit dem Persischen Golf eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt: Ein Fünftel des per Schiff transportierten Öls passiert diese Gewässer, die durch die enge Straße von Hormuz verbunden sind. Die USA werfen dem Iran Piraterie und Behinderung des Tankerverkehrs in der Region vor: Fast 20 Handelsschiffe seien seit 2021 von iranischen Militärs bedrängt, angegriffen oder beschlagnahmt worden, erklärte die US-Marine. Doch aus Sicht des Iran sind es die Amerikaner, die illegal Schiffe abfangen.