Der Staatsfonds Saudiarabiens wird zu einem immer wichtigeren Spieler auf den Finanzmärkten. Er hat auch viele westliche Firmen im Portfolio.
Wien. Saudiarabien steht für Öl. Und für Menschenrechtsverletzungen. Der Wüstenstaat hat sich in den vergangenen Jahren jedoch auch zu einem wichtigen Spieler auf den internationalen Finanzmärkten entwickelt. Fast still und leise – aber alles andere als klammheimlich – ist der Staatsfonds von Saudiarabien inzwischen zu einem der größten der Welt aufgestiegen.
Doch wie das nun einmal so ist, wenn man global investiert: Man kann sich den Bewegungen an der Börse nicht entziehen. Und so musste der Staatsfonds 2022 einen Verlust von elf Milliarden Dollar hinnehmen, nach einem Gewinn von 19 Mrd. Dollar im Jahr zuvor. Fallende Aktien und sinkende Anleihenkurse haben dem Unternehmen das vergangene Geschäftsjahr vermasselt. Der staatliche Investmentfonds ist damit freilich nicht allein: Auch der norwegische Pensionsfonds musste im abgelaufenen Geschäftsjahr den größten Verlust seit der Finanzkrise im Jahr 2008 vermelden.
Öl bleibt wichtig
Der Public Investment Fonds (PIF) der Saudis verwaltet Assets von rund 778 Milliarden Dollar und soll dem Land dabei helfen, die Entkoppelung von Öl voranzutreiben. Derzeit steckt man allerdings noch in den Bemühungen fest. Denn Öl machte im Jahr 2022 nach wie vor 80 Prozent der Exporte Saudiarabiens aus. Bezieht man Chemikalien und Kunststoffe mit ein, waren es 93 Prozent. „Gemessen an der Entwicklung der vergangenen sieben Jahre mangelt es in diesem Bereich noch immer an Fortschritten“, sagt dazu Ziad Daoud von Bloomberg Economics. Der Ölsektor ist zudem für 40 Prozent des Bruttoinlandsproduktes verantwortlich.