Die Politik sieht in den Supermarktpreisen weiterhin einen der Treiber der Teuerung. Eine neue Plattform zu Einkaufspreisen bringt kaum mehr Transparenz. Die Teuerung sinkt inzwischen dennoch.
Gut zwei Monate ist es her, dass die Politik Anfang Mai öffentlichkeitswirksam zum „Lebensmittelgipfel“ geladen hat. Die wuchernden Preise in Supermärkten sollten zurückgehen, so der Appell der Bundesregierung. Schuld an den hohen Preisen seien vor allem die Supermarktketten, so die Kernaussage aus den beteiligten Ministerien. Die Lebensmittelhändler wollten sich das freilich nicht gefallen lassen, woraufhin sich die beiden Streitparteien medial gegenseitig mit Unfreundlichkeiten eindeckten. Die persönlichen Gesprächskanäle waren da schon verstummt, aus manchen Ministerien soll es gar keine Antwort mehr auf Briefe der Chefs der großen Supermarktketten gegeben haben.
Damals einigte sich die Bundesregierung allen (auch innerkoalitionären) Streitigkeiten zum Trotz immerhin auf ein Maßnahmenpaket gegen die Lebensmittelteuerung. Wenngleich der Output überschaubar war. Es wurden einige Maßnahmen für mehr Transparenz in den Wertschöpfungsketten beschlossen. Der Handel solle etwa seine Einkaufspreise offenlegen, diese offenere Preisgestaltung sollte die Preise wieder nach unten bringen, so die Idee.
Als ersten Teil des Maßnahmenbündels hat Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) vergangene Woche einen Lebensmittel-Transparenzbericht vorgelegt. Ob dieser beim Einkaufen tatsächlich eine brauchbare Preisorientierung bietet, geschweige denn zu niedrigeren Preisen führt, bezweifeln Experten allerdings.