Sportindustrie

Mögliche Zwangsarbeit in China: In Kanada wird gegen Nike ermittelt

Nike Canada soll den Vorwürfen zufolge mit chinesischen Unternehmen zusammengearbeitet haben, die Zwangsarbeiter der muslimischen uigurischen Minderheit einsetzen.
Nike Canada soll den Vorwürfen zufolge mit chinesischen Unternehmen zusammengearbeitet haben, die Zwangsarbeiter der muslimischen uigurischen Minderheit einsetzen.Reuters / Florence Lo
  • Drucken

Ein Tochterunternehmen des US-Konzerns und eine kanadische Bergbaufirma stünden im Verdacht, von uigurischer Zwangsarbeit in China profitiert zu haben.

Die kanadische Ombudsstelle für verantwortungsvolles Wirtschaften hat Ermittlungen gegen das kanadische Tochterunternehmen des US-Sportartikelherstellers Nike sowie eine kanadische Bergbaufirma wegen möglicher Menschenrechtsverletzungen in China eingeleitet. Die Unternehmen stünden im Verdacht, entlang ihrer Lieferketten von uigurischen Zwangsarbeitern profitiert zu haben, erklärte die Behörde am Dienstag (Ortszeit).

Nike Canada soll demnach mit chinesischen Unternehmen zusammengearbeitet haben, die Zwangsarbeiter der muslimischen Minderheit einsetzen.

Eine Gruppe von Menschenrechtsorganisationen hatte im vergangenen Juni Beschwerde gegen Nike und das Bergbauunternehmen Dynasty Gold eingereicht. Letzteres soll nach Angaben der Ombudsstelle „vom Einsatz uigurischer Zwangsarbeiter in einer Mine in China profitiert haben, an der Dynasty Gold eine Mehrheitsbeteiligung hält“.

Nike zog sich offenbar aus Region zurück

Der Ombudsstelle zufolge gibt Nike mittlerweile an, keine Verbindungen mehr zu den fraglichen chinesischen Unternehmen zu haben. Dynasty Gold habe erklärt, es habe keine operative Kontrolle mehr über die Mine und die Anschuldigungen seien erst aufgekommen, nachdem es sich aus der Region zurückgezogen habe.

China wird seit Jahren vorgeworfen, in der nordwestlichen Provinz Xinjiang die Uiguren und andere muslimische Minderheiten systematisch zu unterdrücken. Mehr als eine Million Menschen werden laut Menschenrechtsorganisationen in der Region in Lagern interniert. Peking werden unter anderem Zwangssterilisierungen und Zwangsarbeit vorgeworfen. Eine Reihe westlicher Unternehmen, vor allem im Textilsektor, steht im Verdacht, davon zu profitieren oder profitiert zu haben.

(APA)

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.