Die EU-Parlamentarier stimmen mehrheitlich für strengere Ethikregeln im Umgang mit Einflussnahme aus Drittstaaten.
Straßburg. Genau 47 Mal drückte Eva Kaili am Donnerstag im Plenarsaal des Europaparlaments auf den elektronischen Abstimmungsknopf – doch als der Bericht des Sonderausschusses zur Einflussnahme aus dem Ausland auf alle demokratischen Prozesse in der EU drankam, enthielt sich die in Ungnade gefallene frühere Vizepräsidentin des Hauses. Die vormalige Sozialdemokratin steht im Mittelpunkt der Katargate-Affäre, in ihrer Brüsseler Wohnung fanden belgische Antikorruptionsermittler im Dezember vorigen Jahres einen sechsstelligen Bargeldbetrag, mit dem sich das Emirat Katar Kailis Einfluss im Parlament erkauft haben soll. Vier Monate saß sie in Untersuchungshaft, es gilt die Unschuldsvermutung, allerdings auch die Unmutsverschuldung, denn Kaili hat dem Parlament eine schwere Glaubwürdigkeitskrise eingebrockt.