Jugend in der DDR: Christoph Heins Internatsroman, der zuweilen etwas papieren klingt.
Die DDR gibt es seit bald 33 Jahren nicht mehr, und interessierte Kreise tun, was in ihrer Macht steht, um vergessen zu machen, dass es sie je gegeben hat. Einige Schriftsteller aber, die in der DDR aufgewachsen sind, lassen die Erfahrungen nicht los. Sie kommen immer wieder auf sie zurück, mögen sie auch vielen Lesern aus Gründen des Alters oder der Geografie so entfernt erscheinen wie die Napoleonischen Kriege.
Christoph Hein war schon vor dem Ende der DDR ein angesehener Dramatiker und Erzähler, obwohl oder weil er sich nie mit dem Regime gemein gemacht hat. Die Themen aber, die seine Sozialisation bereitgestellt hat, bewegen ihn immer noch. Auch mit seinem jüngsten Roman, „Unterm Staub der Zeit“, kehrt er zu diesen Themen zurück, fast schon altmodisch in Kapitel eingeteilt, deren Überschriften, die sich wie Titel von Erzählungen anhören, durchnummeriert in einem Inhaltsverzeichnis aufgeführt sind.