Porträt

Sasa Hanten-Schmidt: Von der Kunst, mit Kunst zu leben

Ausstellungsort, Büro, Spielzimmer und Panoptikum: Sasa Hanten-Schmidt in ihrem Wiener „Kontor“.
Ausstellungsort, Büro, Spielzimmer und Panoptikum: Sasa Hanten-Schmidt in ihrem Wiener „Kontor“.Clemens Fabry
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Sasa Hanten-Schmidt ist Anwältin, Kunstexpertin – und Autorin. In ihrem neuen Buch erzählt sie vom Kunstmarkt, dem Umgang mit schönen Dingen – und wie sie von der Hausherrin eines deutschen Privatmuseums zur Gastgeberin einer Wiener Schreibstube wurde.

Schmerlingplatz, zwischen Palais Auersperg und Justizpalast. Wer zu Sasa Hanten-Schmidt will, dem wird es leicht gemacht: „Sasa“ prangt in großen gelben Lettern im Schaufenster, über einem Arrangement aus Spielzeug, männlichen Meerjungfrauen und gehäkelten Brüsten.

Den Termin bei einer Rechtsanwältin und Kunstgutachterin mag man sich anders vorgestellt haben, aber genau das ist Sasa Hanten-Schmidt: jemand, der sich gängigen Vorstellungen entzieht. Das beginnt schon bei der Kleidung und setzt sich fort in der Gestaltung dessen, was sie ihre Schreibstube nennt: Kunst an den grünen Wänden (viele Bilder zeigen sie); unter der Decke eine Papierinstallation von Angela Glajcar, dazu eine Schaukel, die Sitzgruppe um eine Puppenküche herum gruppiert.

„Spiel mit mir“, heißt denn auch das Buch, in dem die in der Westpfalz Geborene erzählt, wie sie von der Hausherrin eines kühlen deutschen Privatmuseums zur Gastgeberin in ihrem kleinen Wiener Panoptikum wurde. Zuvor schon hatte sie mit „Sieh mich an!“ die Genealogie einer deutschen Unternehmersammlung seziert. Danach befand ihr Verlag, es sei Zeit, aus der Deckung zu kommen und literarisch zu werden. Sie solle doch das verwerten, was sie als Insiderin auf dem Kunstmarkt erlebt habe.


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