Fünf von zwölf Ligaklubs lehnten vergangene Saison den Griff in den „Österreicher-Topf“ dankend ab, Legionäre seien billiger (und besser). Die Folge? Es gibt immer weniger Österreicher in der österreichischen Bundesliga.
Ist es ein gutes Zeichen, wenn Klubs aus der Fußball-Bundesliga, die ab Freitag ihre neue, zugleich die 50. Saison unter die Beine nehmen, zusehends auf Österreicher freiwillig bis dankend verzichten? Oder muss man, zum Gedeih des Spiels mit höherem Niveau, gar Verständnis zeigen für die vielen „Verweigerer“? Es ist ein extremer Spagat, den Österreichs Fußball da vorexerziert. Seit Jahren entwickelt sich der von Frank Stronach einst ins Leben gerufene „Österreicher-Topf“ sukzessive zum Ladenhüter.
Vergangene Saison hielten sich gleich fünf von zwölf Bundesliga-Vereinen nicht an die Kriterien, maximal sechs Legionäre auf ihren Spielbericht zu schreiben. Die Gründe dafür? Das Erreichen des Europacups, die Anmut ihres Spiel, Ticketverkauf, der Antworten gibt es viele. Sie verzichteten damit auch freiwillig auf Geld, ja. Ungefähr 6,1 Millionen Euro, das sind die fixierten 15 Prozent des bis 2026 laufenden TV-Vertrages mit Pay-TV-Sender Sky, ruhen in diesem Topf, der heimische Kicker unterstützen soll – und doch offenbar bloß als Mahnmal dient.