Sakralmusik von Victoria und Monteverdi bis Sciarrino, moderne Transzendenz bei Vivier und Grisey – mit famosen Ensembles wie Vox Luminis und Freiburger BarockConsort, Klangforum Wien und Cantando Admont.
Leiden Sie an Höhenangst? Dann sind Sie vertraut mit der Panik, die einen beim Blick in Abgründe befällt. Musikalische Menschen kennen auch das Gegenteil: Harmoniefolgen, die die Schwerkraft aufzuheben und einen innerlich in die Höhe zu ziehen scheinen. „Exaudi nos, Domine“, flehen die Tenöre zweistimmig gegen Ende von Claudio Monteverdis sechsstimmiger „Laetaniae della Beata Vergine“, „erhöre uns, o Herr“. Und ihre Gesangslinien schrauben sich in unterschiedlichen Geschwindigkeiten nach oben, verbinden sich zu inbrünstigen Klängen, deren buchstäblich erhebende Kraft ihre Bitte auf so wunderlich-einprägsame Weise untermauert, dass selbst ein gestrenger Gott sein Ohr nicht davor wird verschließen können.