Bewohner der Gebirgsregion sitzen in Jerewan fest. Sie berichten der „Presse“ von der sich zuspitzenden humanitären Lage. Auch die Lokalbehörden schlagen Alarm: Lebensmittel werden knapp, der öffentliche Verkehr ist eingestellt, Müllberge häufen sich.
Gemeinsam mit anderen Frauen steht Yana Avanesyan vor dem UN-Hauptquartier in der armenischen Hauptstadt Jerewan. Die Frauen haben kartonweise Säuglingsnahrung vor den hohen Eisenzaun gestellt: Baby-Anfangsmilch und Trockenbrei. „Für die Kinder in Berg-Karabach, die Essen brauchen“, steht auf einem von Hand geschriebenen Schild. Es ist eine Protestaktion gegen die aserbaidschanische Blockade der armenisch besiedelten Gebirgsregion Berg-Karabach. Dort wird die Babynahrung knapp. Die UNO müsse etwas tun, verlangen die Frauen.
Wann immer sie kann, nimmt Yana Avanesyan an solchen Kundgebungen teil. Um wenigstens irgendetwas zu tun. Avanesyan ist 29 Jahre alt, trägt Palazzo-Hosen in blitzblau und ein weit geschnittenes beigefarbenes Sakko. Äußerlich sieht sie aus wie eine Großstadtjugendliche, jung und modisch. Dabei ist sie verzweifelt. „I am lost“, sagt Avanesyan. Sie ist gestrandet in der Großstadt.