Interview

Die Ex-Buhlschaft, die in Salzburg einen Mann spielt

„Manchmal sehe ich einen jungen, ganz bekümmerten Menschen und denke, uh, der wirkt schon alt … Und es gibt ältere Menschen, die sich plötzlich von ganz viel befreien und dann so eine Leichtigkeit entwickeln“: Valery Tscheplanowa.
„Manchmal sehe ich einen jungen, ganz bekümmerten Menschen und denke, uh, der wirkt schon alt … Und es gibt ältere Menschen, die sich plötzlich von ganz viel befreien und dann so eine Leichtigkeit entwickeln“: Valery Tscheplanowa.Neumayr/Andreas Schaad
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Valery Tscheplanowa spielt ab Freitag Lessings Nathan: Warum sie einen „70-jährigen PoC-Mann“ als 16-jährige Julia wunderbar fände, ihre Uroma sie heimlich taufen ließ und die russische Sprache etwas von einem Geheimbund hat.

Die Presse: Die Ringparabel in „Nathan der Weise“ vermittelt, dass keine Religion beanspruchen könne, die einzig „wahre“ zu sein. Damals brisant, ist das heute trivial, zumindest für säkularisierte Europäer.

Valery Tscheplanowa: Ganz richtig, in Europa! Aber wenn wir sehen, wie viel in der Welt noch zwischen Religionen gestritten wird, ist das Drama erschreckend aktuell.

Die Aktualität wird auch wieder importiert. Aber wir spielen das nicht in Tschet­schenien oder einem Moscheeverein, sondern vor Salzburger Festspielpublikum. Da kann man schon fragen, wozu?

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