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Rogers: "Börsenrally wird schreckliches Ende haben"

Rogers Boersenrally wird schreckliches
(c) Reuters (Brendan McDermid)

Der Börsenaufschwung sei von den Zentralbanken ausgelöst. Der Anstieg der Aktienkurse habe keinen fundamentalen Grund, sagt Starinvestor Jim Rogers.

US-Starinvestor Jim Rogers warnt Anleger vor einem "schnellen und schrecklichen Ende" des aktuellen Aktienkurs-Aufschwungs an den Börsen. Heuer würden sich die Kurse zwar "wahrscheinlich schon" gut entwickeln, "aber das ist eine von den Zentralbanken ausgelöste Rally", meint er im Interview mit dem "Format".

Die Rally, die jetzt zu sehen sei, "ist eine Zentralbank-Rally", so Rogers unter Verweis auf die Notenbanken von Japan, den USA und der Eurozone. Es werde Geld gedruckt, und das müsse irgendwohin fließen. Da die Zinsen niedrig seien, fließe das Geld in Aktien. "Aber", so warnt die Investmentlegende, "die fundamentalen Probleme der einzelnen Volkswirtschaften, ihre hohe Verschuldung werden dadurch nicht gelöst. Ich fürchte daher, dass wir Ende 2013 oder 2014 in eine Rezession schlittern werden."

"Vorwahlzeiten immer gut für Börse"

Im Augenblick würden "viele gute Nachrichten lanciert", aber die meisten hätten "keinen realen Hintergrund", meint Rogers. Grund seien wichtige Wahlen in Europa im heurigen Jahr. Italien wähle im März, und die deutsche Kanzlerin Angela Merkel wolle im Herbst wiedergewählt werden. "Da ist es sehr wichtig, dass gute Nachrichten verbreitet werden. Vorwahlzeiten sind immer gut für die Börsen. Aber man muss auch an die Zeit nach den Wahlen denken."

Er selbst investiere zum Beispiel in russische Aktien, Anleihen und auch in den Rubel selber, sagt Rogers. Russland sei "stark unterbewertet". Zwar möge niemand den Kreml-Chef Wladimir Putin, und viele Anleger hätten noch Angst, dass sie ihr Geld nicht mehr aus dem Land bekommen. "Aber das Land verändert sich und hat langfristig sicherlich eine große Zukunft", meint der Experte: "Das sind die Grundlagen, nach denen man langfristig investieren sollte."

"Kein Geld in USA anlegen", Finger weg von Gold

In den USA dagegen würde Rogers "kein Geld anlegen", denn die Zukunft liege in Asien, "deshalb bin ich auch von New York nach Singapur gezogen". Speziell Myanmar (Burma) biete seiner Meinung nach für Anleger langfristig große Chancen, kurzfristig Japan.

Auch Gold würde er momentan keines mehr kaufen. "Den Goldbestand, in dem ich investiert bin, halte ich aber", so Rogers.

(APA)