Im Jänner wurden in Niederösterreich und im Burgenland Grundwehrdiener zur Schneeräumung einberufen. Nach der Volksbefragung allerdings nicht mehr.
Wien/Ib. Für die ÖVP war das Timing perfekt: Wenige Tage vor der Volksbefragung über die allgemeine Wehrpflicht schneite es so stark, dass in drei schwarz regierten Städten das Bundesheer einrückte – hauptsächlich mit Grundwehrdienern: In Baden waren 104 Rekruten (von 125 Soldaten), in Korneuburg 30 (von 40 Soldaten) und in Neusiedl am See immerhin zwei Grundwehrdiener im Einsatz.
Auch in dieser Woche kam es zu einigen Störungen durch Schneefälle in Wien – doch diesmal wurde kein Assistenzeinsatz vom Bundesheer eingefordert. Muss die ÖVP etwa nach dem Sieg für die allgemeine Wehrpflicht nicht mehr beweisen, wie wichtig Grundwehrdiener sind? „Nein“, meint dazu Korneuburgs Bürgermeister Christian Gepp. Das eine habe mit dem anderen nichts zu tun – „wir waren im Jänner einfach am Limit“. Damals sei kurzfristig sehr viel Schnee gefallen. Und auch aus der ÖVP Baden hört man, dass es in dieser Woche einfach weniger Schneefall gegeben hätte.
Laut Meteorologen vom Wetterdienst Ubimet stimmt das zwar: Im Jänner sei mehr Schnee in kürzerer Zeit gefallen ist. Was in dieser Woche aber für heftigere Auswirkungen gesorgt hätte, sei der Wind. Speziell im Burgenland sorgte der „kräftige Nordwind“ für massive Schneeverwehungen und Straßensperren. „Hier gibt es wenig Unterschied“, so die Meteorologen.
Bürgermeister Gepp will davon allerdings nichts wissen. Und meint zum Einsatz der Rekruten: „Ich würde es auch wieder tun.“
("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.02.2013)