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Strache: "Ham nach Pakistan" mit Kirchenbesetzern

POLITISCHER ASCHERMITTWOCH DER FPOe: STRACHE
APA/DANIEL SCHARINGER
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FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache zelebrierte den blauen Aschermittwoch heuer mit zweitägiger Verspätung am Freitagabend in Ried.

Rund 2000 Anhänger hatten sich nicht im Datum geirrt: FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache zelebrierte den blauen Aschermittwoch heuer mit zweitägiger Verspätung am Freitagabend. Neu war auch das erstmalige Rauchverbot im Saal. Sonst wurde in der vollen Jahnturnhalle in Ried im Innkreis die traditionelle Kost serviert: scharfe Sachen zur Asylpolitik und eine gepfefferte Schlachtplatte à la Strache für die Regierung.

Vor der Demonstration der Unterstützer der Besetzung der Votivkirche (mehr dazu ...) am Samstag in Wien warnte Strache: Asyl sei kein Betätigungsfeld für den "Weichspüler" der Regierung, Staatssekretär Sebastian Kurz.  Unterlassene Abschiebungen aus der Votivkirche seien der Fall der Ex-Kosovarin Arigona Zogaj "mal 50". Den Kirchenbesetzern riet er: "Hadsch ma ham nach Pakistan, meine Herrschaften!" Er hoffe, dass die Entwicklung um die Votivkirchen nicht der Grund für den Rücktritt des Papst sei, vor dem er höchsten Respekt habe, so Strache.

An der Regierung ließ Strache kein gutes Haar: Jeder einzelne Minister sei eigentlich gescheitert. So gesehen sei diese Regierung ein "Scheiterhaufen". Auch der Opposition sprach Strache jede Qualität ab. Die Grünen dienten nur für ein "Packelbündnis" zur Beschaffung von Mehrheiten bei Abstimmungen im Verfassungsrang. Das BZÖ sei schon ein "Abfallprodukt" gewesen. Beim Team Stronach handle es sich um ein "Abfallprodukt von diesem Abfallprodukt".

Für die bevorstehenden Wahlgänge in den Bundesländern sieht der FPÖ-Chef in Niederösterreich die Zeit des "Absolutismus" enden. Landeshauptmann Erwin Pröll gehöre "ordentlich die Glatze poliert". In Tirol gehe es darum, Landeshauptmann Günther Platter "noch platter zu machen, als er es eh schon ist". In Salzburg würden die Verantwortlichen von SPÖ und ÖVP für das Zocken mit Steuergeld bei der Wahl "abgestraft". In Kärnten lobte Strache Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) als "Landesvater".

Strache, der in einer Lederhose aus Kärnten auftrat, bezeichnete sich als Patriot und erklärte: "Patrioten sind keine Nazi-Idioten". Er stellte erneut den Kanzler-Anspruch.

Abgrenzung zu Rechtsextremen

Auf Vorwürfe gegen FPÖ-Funktionäre in rechtsextremem Umfeld ging Strache in ähnlicher Tonart ein: Eine Fahrt über das deutsche Eck reiche schon, um vom Grünen-Abgeordneten Karl Öllinger wegen NS-Wiederbetätigung angezeigt zu werden.

Allerdings sah sich die FPÖ vor Straches Auftritt gezwungen zu betonen, ein Funktionär, mit dem sich die Justiz 2004 wegen des Verbotsgesetzes befasst hatte, sei ab sofort nicht mehr Mitglied. Oberösterreichs FPÖ-Chef Manfred Haimbuchner versprach eine Statutenänderung beim nächsten Landesparteitag: „Wer Straftaten verschweigt, verliert in Zukunft automatisch die Parteimitgliedschaft." Er dulde kein Liebäugeln mit dem rechtsextremen Rand.

(Red./APA)