Polizei-Einsatz

Identitären-Demo: Über 40 Anzeigen und ein verletzter Beamter

Archivbild aus dem Jahr 2019.
Archivbild aus dem Jahr 2019.APA / Herbert P. Oczeret
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Mehrere Hundert Teilnehmer waren unter dem Motto „Remigration“ durch die Wiener Innenstadt marschiert. Vermummte Personen versuchten, eine Polizeisperre zu durchbrechen. Auch eine Gegendemo formierte sich.

Über 40 Anzeigen und ein verletzter Polizist: So lautet die Bilanz einer Demonstration der Identitären und anderer rechtsextremer Gruppierungen am Samstag in der Wiener Innenstadt. An der Kundgebung unter dem Motto „Remigration“ hatten sich mehrere Hundert Teilnehmer - darunter auch Personen aus dem Ausland - beteiligt. Zum Gegenprotest versammelten sich antifaschistische Gruppen und Gegendemonstranten. Rund 200 Polizeibeamte standen im Einsatz.

Der Demonstrationszug hatte sich kurz nach 15.00 Uhr vom Helmut-Zilk-Platz vor der Albertina in Bewegung gesetzt und war schon am Josefsplatz mit einer Sitzblockade der Gegendemonstranten am Weitergehen gehindert worden. Laut Polizei wurde die Blockade aufgelöst.

Polizist von Flasche getroffen

Die Kundgebung endete im Bereich der Freyung, wo der Exekutive zufolge einige vermummte Personen versucht hätten, die Polizeisperren zu durchbrechen, was aber unter anderem durch den Einsatz von Pfefferspray verhindert worden sei. Dabei wurde ein Polizist durch einen Flaschenwurf im Gesicht verletzt.

Zudem kam es nach Beendigung der Kundgebungen im Bereich der Wipplingerstraße zu einer Auseinandersetzung zwischen Vertretern der beiden Gruppen. Dabei ereigneten sich laut Polizei mehrere strafrechtlich relevante Vorfälle. Insgesamt gab es 16 Anzeigen nach dem Strafgesetzbuch, zwei nach dem Verbotsgesetz und 27 verwaltungsrechtliche Anzeigen.

ÖVP fordert von FPÖ mehr Distanz zu Identitären

Der Landesparteiobmann der Wiener Volkspartei Karl Mahrer verlangte am Sonntag eine Distanzierung der Freiheitlichen von den Identitären, nachdem auch Funktionäre der FPÖ-Jugend an der Demo teilgenommen hätten: „Die FPÖ hat ein Problem mit rechtsextremem Gedankengut in ihren eigenen Reihen.“ Nicht nur die Wiener FPÖ sei gefordert, auch die Bundes-FPÖ müsse handeln, so Mahrer. (APA)

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